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Notariat Kirchbach
Der Mensch hinter dem Vertrag
Das Notariat in Kirchbach-Zerlach hat uns von der ersten Stunde weg begleitet. Sind Firmengründungen ein großer Bestandteil deiner Arbeit?
Ja, Firmengründungen sind einer der Schwerpunkte in unserem Notariat. Dazu zählen auch Umgründungen, Nachfolgen – auch im landwirtschaftlichen Bereich – und dergleichen. Viele Landwirte sind mittlerweile auch Unternehmer, und nachdem wir ein „Landnotariat“ sind und ich selbst eine landwirtschaftliche Ausbildung absolviert habe und in einer landwirtschaftlichen Schule geringfügig unterrichte, sind wir auch in diesem Bereich sehr aktiv.
Oft hört man die Meinung, dass Notare sehr konservativ und trocken sind. Stimmt das?
Auch ich hab während meines Studiums in Graz diesen Berufszweig als staubtrocken wahrgenommen, aber das entspricht keineswegs der Wahrheit. Im Gegenteil, es ist eine sehr lebendige Tätigkeit. Alles ist immer in Bewegung, kein Akt und kein Vertrag gleicht dem anderen und überall steckt eine menschliche Geschichte dahinter. Dazu kommt, dass wir ein sehr junges und dynamisches Team sind. Von den acht Mitarbeiterinnen im Notariat sind fünf unter 30. Wir haben alle viel Spaß bei der Arbeit und es rennt schon einmal der Schmäh. Und das Notariat selbst ist durch die Digitalisierung auch moderner geworden; bei Übergaben müssen jetzt z. B. nicht mehr alle anwesend sein, sondern mittlerweile kann auch eine Person digital über die ID Austria unterschreiben.
Von Kirchbach in die ganze Welt also?
Die Tätigkeit der österreichischen Notare ist auf das Bundesgebiet beschränkt. Mittlerweile können jedoch wie gesagt Beglaubigungen und Beurkundungen digital per Videokonferenz durchgeführt werden. Unsere Klienten schätzen uns jedoch auch als lokalen Rechtsdienstleister und Ansprechpartner vor Ort. Da es direkt in Kirchbach kein Bezirksgericht gibt, unterstützen wir Personen auch bei Themen wie z. B. der Vorbereitung einvernehmlicher Scheidungen.
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Notariat Kirchbach
Ist es schwierig, gerade beim emotionalen Thema Scheidungen etwas vorzubereiten?
Man benötigt viel Feingefühl und muss auch gut zuhören können. Im Gegensatz zu einer Mediation, bei der die Parteien selbst Lösungen erarbeiten müssen, bieten wir konkrete und rechtssichere Möglichkeiten. Wir haben die Kompetenz und die Erfahrung, und wir achten auch darauf, dass wir bei allen notariellen Regelungen keine verbrannte Erde hinterlassen. Wir arbeiten immer intensiv daran, alle Wünsche und Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, damit sich die Parteien auch später noch in die Augen schauen können und für alle ein guter Kompromiss zustande kommt. Das ist natürlich manchmal kurzfristig schwierig, aber langfristig sind die Leute dann doch froh darüber. Wir haben auch eine entsprechend hohe Kundenzufriedenheit. Die Leute kommen gern zu uns und schätzen es auch, dass wir Rechtsauskünfte unentgeltlich anbieten.
Du bist ja auch selbst aus der Region. Hat dich die große, weite Welt nicht gelockt?
Ich bin in St. Stefan im Rosental aufgewachsen, hier habe ich meine Kindheit verbracht und hier bin ich auch sehr verwurzelt. Nach dem Studium in Graz habe ich zunächst andere Pläne gehabt und wollte einen Job in Brüssel annehmen, aber da mein Vater damals unerwartet verstorben ist, bin ich in der Steiermark geblieben und seit 2017 in Kirchbach tätig. Im Februar 2026 bin ich Johannes Kügerl als öffentlicher Notar der Region nachgefolgt.
Was hat sich durch die Übernahme für dich verändert?
Wir haben vorher schon als Team gearbeitet, also die Ansprechpartner und die Arbeitsweise haben sich nicht verändert. Die Übernahme selbst war aber ein langwieriges Verfahren und ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich letztendlich die große Verantwortung übernehmen durfte.



