Der perfekte Frühlingstag in Kärnten – mit Ski, Stadt und See

Kärnten ist ein Geheimtipp für alle, die viel erleben möchten. Vor allem im Frühling. Wir waren einen Tag lang zwischen Berg, See und Stadt unterwegs.

„Ich will etwas Spannendes, was zum Spielen – und Schokolade. Gleich drei Wünsche auf einmal.“ So hieß es in den alten Werbespots fürs Kinder Überraschungsei. Ein ähnliches Überraschungsei ist der Frühling in Kärnten. Hier erlebt man an einem Tag das, wofür man sonst gleich mehrere Kurztrips bräuchte: vormittags bei strahlendem Sonnenschein über die Skipiste rauschen, mittags durch die Altstadt schlendern und den Nachmittag am See ausklingen lassen. Und das alles nie weiter als 20 Minuten voneinander entfernt.

Es ist ein sonniger morgen Mitte März und wir sind mit Pamela und Marko unterwegs. Die beiden haben sich bewusst einen Tag freigenommen. „Das kommt im Alltag oft zu kurz“, sagt Pamela. „Aber heute wollen wir einfach den Frühling genießen.“ Wir treffen uns an der Talstation der Gerlitzen Alpe Bergbahnen, wo wir unseren Kärnten-Tag starten. Skianzüge, Skier, Helme und Brillen stehen bereit. Es kann losgehen.

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Ab auf die Piste

Die Gerlitzen erhebt sich oberhalb des Ossiacher Sees und gilt als Hausberg der Villacher und Klagenfurter. Ein kompaktes Skigebiet mit über 50 Pistenkilometern, 21 Liftanlagen und 34 Skiabfahrten, das für viele Einheimische und Gäste von außerhalb attraktiv ist. Die erste Etappe führt mit der viersitzigen Gondel nach oben. Danach geht es mit dem Sessellift noch höher hinauf.  Bald liegt die Piste unter uns und wir hören den charakteristischen Klang von Skiern auf dem knackigen Schnee.

Hier oben ist die Luft kühler als unten im Tal. Der Dunst beginnt sich aufzulösen. Ein strahlender Skitag steht uns bevor. Für viele Skifahrer ist das die beste Zeit des Tages und auch die schönste Jahreszeit. Pamela zieht die Skischuhe fest, Marko greift nach den Stöcken, und schon fahren die beiden los. Der Tag könnte nicht besser starten.

www.gerlitzen.com

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Citylife in Villach

Von der Piste geht es am späteren Vormittag direkt in die Stadt. Keine zwanzig Minuten Fahrzeit, und wir sind mitten in der Altstadt von Villach. Die Stadt an der Drau gilt als Tor zu den umliegenden Seen und Bergen. Faaker See und Ossiacher See liegen ebenso in unmittelbarer Nähe wie die Villacher Alpen. Mit rund 65.000 Einwohnern ist Villach die zweitgrößte Stadt Kärntens mit einer charmanten Altstadt und einem Mix aus Shopping und Gastro, der sich nicht verstecken muss.

www.visitvillach.at  und www.kaernten.at/reiseziele/orte/villach/

Kaffeeteria: Kaffee-Profis mit Lifestyle-Faktor

Nur wenige Schritte vom Villacher Hauptplatz entfernt liegt die Kaffeeteria in der Italienerstraße. Draußen auf der Gasse haben sich Pamela und Marko an einen der kleinen Tische in der Frühlingssonne gesetzt. Nach dem Vormittag im Schnee sind der cremige Cappuccino mit einem hausgemachten Kuchen und Buchteln genau das Richtige.

Drinnen ist das Lokal urban eingerichtet, viel Holz, helle Farben, hinter der Bar glänzen die Siebträgermaschinen. Auf den kleinen Tischen stehen Cappuccino, Pancakes und Avocadobrot. Viele kommen vormittags zum Frühstück hierher. Das kleine Café von Yvonne Krakolinig und Martin Kribitsch hat aber auch außerhalb Kärntens einen Namen gemacht hat.

Preisgekrönte Kaffeeröster

Martin ist österreichischer Staatsmeister im Kaffeerösten, Yvonne wurde von der Gastroplattform Rolling Pin zur „Barista des Jahres 2024“ gewählt. Vor zehn Jahren haben sie sich den Traum vom eigenen Kaffeehaus erfüllt. „Wir hatten einfach genug davon, dass man kaum irgendwo anständigen Kaffee bekommen konnte“, sagt Yvonne. „Wir wollten den Menschen guten Kaffee näherbringen.“ Mit Florian Kogler ist kürzlich ein dritter Kaffeeprofi zu dem Team dazu gestoßen.

Rund um das Lokal ist über die Jahre ein richtiges kleines Kaffee-Universum entstanden. Neben ihrer eigenen Rösterei, die Kaffeehäuser und Privatkunden in ganz Österreich beliefert, bieten Yvonne und Martin Barista-Workshops und Kurse zur Latte Art in ihrer Kaffeeschule an. Dazu kommt ein kleiner Shop im Lokal mit ihren hauseigenen Bohnen in verschiedenen Röstungen und allem was der Hobby-Barista-Herz begehrt. Vieles davon kann man auch über ihren Webshop kaufen.

www.kaffeeteria.at

Hotspot am Wörthersee

Nach einem Stadtbummel über den Villacher Hauptplatz mit seiner Pestsäule, der markanten Stadtpfarrkirche und vielen coolen Geschäften und Lokalen machen wir uns auf den Weg nach Velden. Es wird langsam Zeit fürs Mittagessen und wir haben genau die richtige Adresse dafür. In nur zwanzig Minuten sind wir auch schon am See.

Seit Jahrzehnten gehört der Ort zu den bekanntesten Adressen am Wörthersee. Boutiquen, Cafés und Bars prägen das Zentrum rund um das Casino. Dazu kommt die gehobene Hotelerie und Haubenküche, die regelmäßig mit Starkoch-Prominenz aufwartet. Wer sehen und gesehen werden will, nimmt hier in der Begegnungszone am Corso Platz.

Auffällig ist, wie viele neue Konzepte in den letzten Jahren dazugekommen sind. Junge Gastronomie, kleine Designläden und moderne Boutiquen verändern das Bild des Ortes. Genau dort setzen wir unseren Nachmittag am Wörthersee fort. Für unseren ersten Halt schauen wir im Rocket Rooms an der Koschatpromenade vorbei.

https://www.kaernten.at/reiseziele/orte/velden-am-woerthersee/

Rocket Rooms Hotel & Restaurant

Pamela und Marko setzen sich an einen der Tische mit der modernen getönten Metalloberfläche und werden gleich herzlich begrüßt. Für Pamela gibt es den Caesar Salad mit Garnelen, Marko entscheidet sich für den Bad Ass Burger. Dazu kommen Pfisy’s Crispy Chicken Chips auf den Tisch. Die beiden trinken eine Lemon-Mint-Limonade und eine Berry-Dream-Limonade aus hohen Gläsern. Zum Abschluss gönnen sie sich ein Duett von der Schokolade. „Fast zu schade zum Teilen“, scherzt Marko.

Gegründet hat das Rocket Rooms Andreas Hofmayer vor rund zehn Jahren. Er stammt aus einer Hoteliersfamilie in dritter Generation und hat von klein auf im Familienbetrieb mitgearbeitet, bevor er in Velden sein eigenes Hotel eröffnete. „Ich habe hier viele Ideen umgesetzt, die ich auf meinen Reisen gesammelt habe“, sagt Hofmayer. Besonders prägend waren Eindrücke aus Asien und aus westlichen Großstädten.

Urbaner Stil am See

Ein urbanes Budget-Designhotel in einem österreichischen Ferienort war vor zehn Jahren noch relativ neu. „Das gab es eher in der Stadt“, sagt Andreas Hofmayer. Gleichzeitig sollte hier vieles auf kleinem Raum Platz finden: Hotelzimmer, Restaurant, Bar. „Wie in einer Rakete, in der auch alles auf engem Raum untergebracht werden muss.“ Daher auch der Name Rocket Rooms.

Das Restaurant ist ganzjährig geöffnet und bietet durchgehend warme Küche, vom Frühstück über Lunch bis zum Abendessen. Auf der Karte stehen Burger, Steaks und asiatische Gerichte, viele Zutaten kommen von Kärntner Lieferanten. Das Rocket Rooms versteht sich dabei nicht nur als Hotelrestaurant, sondern als Treffpunkt im Ort, an dem man auch einfach auf ein Essen oder einen Drink vorbeikommt.

www.rocket-rooms.at

Brillerei: Top-Design abseits des Mainstreams

Gestärkt starten wir zu einem Shopping-Bummel durch Velden. Und weil es ein herrlicher Frühlingstag ist, machen wir uns auf die Suche nach Sonnenbrillen. Am Seecorso 4 entdecken wir die Brillerei. Ein kleines Geschäft, das eher an einen Concept Store erinnert als an ein klassisches Optikergeschäft. Regale im modernen Industrial-Stil, reduzierte Einrichtung, viel Licht. In den Vitrinen liegen Brillenmodelle, die man so in den großen Ketten kaum findet. „Ich möchte meinen Kunden das bieten, was der breiten Masse vorenthalten bleibt“, sagt Ladenbesitzer Gregor Stojakovic.

Deshalb führt der gelernte Optiker ausschließlich internationale Independent Marken und Designer. Die Modelle, die er zeigt, kommen aus Japan, Italien oder Los Angeles. Während er eine besonders filigrane Fassung aus einer Schublade nimmt, mischt sich ein Kunde in das Gespräch ein. „Es gibt nichts Exakteres als japanische Handwerkskunst“, sagt er und bewundert die Brille in Gregors Hand.

Pamela und Marko probieren sich derweil durch verschiedene Modelle. Mal eine dunkle Sonnenbrille mit markantem Rahmen, mal eine filigrane Metallfassung. Vor dem Spiegel drehen sie den Kopf nach links und rechts, lachen, wechseln die nächste Brille. Draußen flanieren die Menschen über den Seecorso, drinnen wird weiter anprobiert. Genau so fühlt sich ein Nachmittag in Velden an.

diebrillerei.at

Fishers by the Sea: Mode mit internationalem Anspruch

Zu Velden gehören die Boutiquen fast genauso selbstverständlich wie das Casino, die Hotels und die Restaurants. Wir schauen deshalb als nächstes bei Fisher’s by the Sea vorbei. In den Regalen hängen Kollektionen internationaler Designer, darunter Roberto Cavalli, Philipp Plein, Stella McCartney oder Camilla Australia.

Der Familienbetrieb hat seine Wurzeln in Wien und wurde 1967 gegründet. Heute führen Manuela und Ernst Fischer das Unternehmen, das zwei Stores in Velden betreibt. Früh entdeckten die Fischers den damals noch wenig bekannten Designer Philipp Plein und begannen, seine Mode zu vertreiben. Sie eröffneten 2010 den weltweit zweiten Philipp-Plein-Monostores in Wien, nach Monte Carlo. Heute betreibt das Unternehmen neben Multibrand-Stores auch eigene Markenstores, unter anderem für Roberto Cavalli.

Ebenfalls spannend: Die Familie Fischer hat eine eigene Parfümlinie entwickelt, edle Damen- und Herrendüfte, die eigens in Dubai produziert werden. An einer eigenen Sonnenbrillenlinie wird derzeit gearbeitet. Zwischen Sommerkleidern und Seidenblusen darf auch die Sportmode nicht fehlen, solange am Berg noch Skisaison ist. Pamela verschwindet kurz in der Umkleidekabine und kommt mit einem leichten Sommerkleid von Camilla Australia zurück. Marko probiert ein T-Shirt von Saint Barth. „Das ist der Shopping-Himmel“, sagt Pamela.

fishersfocus.com

WMS Wohnen mit Stil

Ähnlich viel Sinn für Design finden wir ein paar Meter weiter bei WMS – Wohnen mit Stil. Dort hat Nadine Rauter gerade ihren neuen Store eröffnet. Rauter arbeitet seit Jahren als Immobilienmaklerin in Kärnten. Bei Besichtigungen von Ferienhäusern oder Restaurants fiel ihr immer wieder auf, wie stark Einrichtung, Farben und Materialien die Wirkung eines Raumes verändern. „Oft haben Kunden gesagt: So möchte ich auch leben“, erzählt sie.

Genau aus diesem Gedanken entstand ihre Idee. Neben Beratung zu Einrichtung, Raumgestaltung und Renovierungen verkauft sie in ihrem neuen Geschäft in Velden auch Möbel und hochwertige Wohnaccessoires ausgewählter Designer und Marken.

Pamela und Marko schlendern durch den Store. In den Regalen stehen Vasen, Duftkerzen und moderne Deko-Gegenstände, Stoffmuster und kleine Designobjekte, daneben ausgewählte Möbelstücke. Marko bleibt bei einem auffälligem Wohnzimmerstuhl stehen und erzählt, dass er darüber nachdenkt, seine Praxis neu einzurichten. Geschäftsinhaberin Nadine zeigt ihm verschiedene Materialien. Pamela entdeckt derweil eine Lampe, die sie am liebsten sofort mitnehmen würde.

www.wmswohnen.at

Rosamunde: Eis-Kreationen, Cocktails und Fine Dining

Der Tag neigt sich dem Ende zu, aber der Platz vor der Bar Rosamunde ist noch immer in warmes Abendlicht getaucht. Pamela und Marko werden von moderner Dance Lounge Musik und dem auffälligen Desing des Lokals angelockt. An der Decke hängt die sogenannte „Champagner-Hirsch-Meile“: goldfarbene Hirschköpfe, verkehrt herum montiert, an denen die Hälse von geköpften Champagnerflaschen herabhängen.

Die Rosamunde gehört Maria Höhm und ist das Gegenstück zum „Platzhirsch“, dem bekannten Lokal ihres Mannes in Schladming. Gleich neben der Bar hängt deshalb auch das Wappentier der Bar: ein Fabelwesen, halb Zebra, halb Hirschkuh, mit goldener Krone. „Das ist die Rosamunde“, sagt Maria Höhm und lacht „Sie ist eine richtige Diva“. Überall im Lokal hängen Pop-Art-Bilder aus Höhms eigenem Atelier. Die Gastronomin hat gleichzeitig einen Hintergrund im Kunst- und Designbereich. Genau diese Mischung prägt das Lokal.

Kunst & Design trifft Nightlife

Mit der Rosamunde hat sich Maria Böhm einen lange gehegten Traum erfüllt. Eine Bar im urbanen Stil, in der sie ihre Ideen frei umsetzen kann. Dem ursprünglichen Geschäft an dieser Stelle, einem Eissalon, ist man treu geblieben. Auch heute gibt es noch Eis in ausgefallenen Sorten, dazu kleine Snacks, Prosciutto und feine Brötchen bis hin zu Fine Dining. Ein Highlight sind die Cocktails, gemixt von Barkeeper „Sir Ferdinand“, der sich in den letzten Jahren in der Szene einen Namen gemacht hat.

Pamela und Marko setzen sich an einen der hohen Tische mit Blick auf den Corso. Ein paar Minuten später stehen schon die Cocktails vor ihnen, zwei sehr auffällige Kreationen von Sir Ferdinand: der cremige Pop Art mit Burbon Whiskey, garniert mit frischem Popcorn, und ein Seduction Sour, der rauchend unter einer stylischen Glasglocke serviert wird. Bei den Drinks sind neugierige Blicke vom Nebentisch garantiert.

www.platzhirsch.cc/rosamunde/

Unser Kärnten-Tag zwischen Berg, Stadt und See endet genauso, wie er begonnen hat: sehr entspannt. Mit einer Mischung aus Lifestyle und Herzlichkeit und dem Blick auf das Bergpanorama in der Frühlingssonne. Wir kommen wieder!

https://www.kaernten.at/

 

Autor: Mag. Ljubiša Buzić

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