Erlebnisregion Graz: Kulinarik in luftiger Höhe

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Der Kamin der Mühlbacherhütte bei Rein liegt auf 1.000 Metern Seehöhe. Hier oben, umgeben von den Bergen des Grazer Umlands, genießt man aber nicht nur frische Höhenluft. Hüttenchefin Angelika Erker bereitet am Holzofen außerdem köstliche regionale Speisen zu.

Von Mai bis Oktober ist die beste Saison für eine Wanderung auf die Mühlbacherhütte bei Rein in der Nähe von Graz. Die Mühlbacherhütte ist auf verschiedenen Wegen erreichbar. Besonders beliebt sind die Wanderung ab dem Stift Rein, die Rundtour über den Kaschlsteig sowie die vierte Etappe des Grazer Bergland Wanderweges. Diese führt von Kleinstübing über die Mühlbacherhütte bis zum Stift Rein nach Gratwein-Straßengel. Auch Mountainbiker schätzen die Hütte als lohnendes Ziel entlang der durchgehend beschilderten Pleschkogelrunde 130. Oben angekommen, sollte man auf jeden Fall ausreichend Zeit einplanen. Denn die urige Hütte, die heuer in der 6. Saison von Hüttenchefin Angelika Erker bewirtschaftet wird, ist ein Plätzchen, von dem wir uns nur ungern wieder trennen wollen. Das liegt nicht nur an den schattigen Bänken mit Ausblick übers Grazer Bergland, sondern vor allem an der unglaublichen Herzlichkeit des Mühlbacher-Teams und den ausgezeichneten Speisen, die die Hüttenchefin gemeinsam mit Köchin Lisi Raudner frisch am Holzherd zubereitet.

Es brutzelt am Holzherd

Wir dürfen gleich zu Beginn einen Blick in die kleine, traditionell eingerichtete Küche werfen: Hier brutzelt bereits der Schweinsbraten am Herd, die selbstgemachten Kaspressknödel warten auf die aromatische Rindssuppe und rechts von uns reihen sich köstliche hausgemachte Nachspeisen wie Erdbeerkuchen im Glas, Schokoladenkuchen und Tiramisu auf. Die Speisen werden von Angelika Erker an den Öffnungstagen der Hütte immer frisch zubereitet, bevor die ersten hungrigen Wanderer eintrudeln. Heute kommen besondere Gäste: Josef Mosshammer von der Fleischerei Mosshammer und Martin Kleindl, Gemüsebauer aus Graz, sind zwei der wichtigsten Lieferanten der Mühlbacherhütte – und gleichzeitig auch langjährige Freunde der Hüttenwirtin.

Köstlichkeiten von der Fleischerei Mosshammer

Mit Josef Mosshammer verbindet Angelika Erker eine lange Geschichte. Schon bei ihrer vorherigen Arbeit in einem anderen Gastronomiebetrieb lieferte er das Fleisch. Als sie die Pacht der Mühlbacherhütte übernahm, half er ihr anfangs mit einer Gulaschkanone aus. Angelika Erker erzählt: „Von Josef Mosshammer bekommen wir die Grundlage unserer beliebten Kaspressknödelsuppe, das Beinfleisch für die Rindsuppe, und immer einen ausgezeichneten Schweinsbraten.“ Auch sonst sind auf der wöchentlich wechselnden Speisekarte zahlreiche deftige Köstlichkeiten vom Fleischer aus dem Univiertel zu finden. „Angelika zaubert aus unseren Fleischstücken immer etwas unglaublich Feines und gibt ihnen eine neue Seele“, so Mosshammer, der bereits jahrelang mit der Hüttenchefin zusammenarbeitet.

 

Josef Mosshammer selbst setzt bei seinen Produkten ebenfalls auf Regionalität.  „Wir sind eine der zwei letzten produzierenden Fleischereien in Graz und regional sehr verwurzelt“, so der Fleischer, der sich vor allem in Sachen Grillkompetenz in und rund um Graz einen Namen gemacht hat. Den Saisonbeginn und das Saisonende auf der Mühlbacherhütte lässt er sich nie entgehen:  „Der große Andrang zeigt dabei, wie sehr sich die Hütte in den vergangenen Jahren etabliert hat. Und das liegt nicht zuletzt an der unglaublichen Herzlichkeit von Angelika, Lisi und Alex, die sich hier um das Wohl der Gäste kümmern.“

Bunt und gesund: Gemüse vom Lendplatz

Für Vegetarier wird immer mindestens ein fleischfreies Gericht angeboten – und dieses wird mit einer Extraportion Gemüse von Martin Kleindl zubereitet. Seit rund fünf Jahren ist sie treuer Stammkunde am Bauernmarkt am Grazer Lendplatz, wo der Grazer Landwirt mit seinem Gemüsestand vertreten ist. Martin Kleindl ist stolz darauf, alles selbst zu produzieren. „Von Artischocken über Zwiebeln bis hin zu verschiedensten Tomaten, bunten Paprika, Karotten, Spargel und Erdäpfel stammt bei uns alles aus der eigenen Landwirtschaft“, fasst Kleindl zusammen. Dafür nimmt er einiges an Mühen in Kauf – denn nicht alles gedeiht problemlos in der Steiermark.  „Für einige Gemüsesorten wie z. B. Zwiebel haben wir eigentlich das falsche Klima. Da muss man dann schon einiges an Arbeit hineinstecken“, so Kleindl, der 15 Hektar Landwirtschaftsfläche in Graz-Liebenau bewirtschaftet. Das weiß Angelika zu schätzen: Sie orientiert sich mit ihrer Speisekarte am aktuellen Angebot des Vollblut-Landwirts. „Wenn ich bei ihm etwas nicht bekomme, kaufe ich es nicht wo anders, sondern plane die Speisekarte um“, erklärt Angelika.

Ein Prost aus dem Herzen von Graz

Sogar die Getränke der Mühlbacherhütte haben einen Grazer Touch – dank Barkeeper Alexander Grebenz, der früher im Katze Katze und mittlerweile im Freiblick die Cocktails mixt. Auf der Hütte ist er für die Bestellungen und die Getränke zuständig – vom Apfelsaft bis zum beliebten „Dipperl“, einem Himbeerkracherl mit Weißwein. Warum er neben seiner Arbeit in der Murmetropole auch hier oben jobbt? „Weil es einfach der schönste Arbeitsplatz der Welt ist“, ist sich Alex sicher.

Und der Barkeeper weiß, wovon er spricht: Nach der Matura hat er die Barkeeper-Ausbildung in Griechenland absolviert und war dann in England tätig, bevor es ihn zurück nach Österreich verschlagen hat. Übrigens: Wenn ein Gast nicht so recht weiß, was er trinken möchte, kredenzt Alex seinen Geheimtipp: Tonic Water mit Pfirsichsaft, alkoholfreiem Limoncello und einem Schuss Aperol. Das sieht nicht nur trendig aus, sondern schmeckt auch herrlich erfrischend-herb und fruchtig!

Über die Mühlbacherhütte

Die Hütte ist von 1. Mai bis 26. Oktober immer samstags und sonntags sowie an Feiertagen jeweils von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Erreichbar ist sie nur zu Fuß, etwa über den Kaschlsteig bzw. von Plesch aus, oder mit dem Mountainbike. Von der Stiftstaverne führt die Schotterstraße als Mountainbikestrecke rund 8 Kilometer lang hinauf zur Hütte.  „Die Mountainbiker kommen meistens bereits in der Früh zum Frühstück“, erklärt Angelika Erker. Die Wanderer genießen dann meistens ihre Mittagspause auf den schattigen Bänken. Nähere Informationen zum Wanderangebot rund um Graz und zur Mühlbacherhütte gibt es auf der Webseite der Erlebnisregion Graz.

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