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Fit am Feld – am Grottenhof macht Bewegung Schule
Fit auf der Milchstraße!
Zwischen Milch, Mut und Muskeln geht es an diesem sonnigen Morgen im Westen von Graz schon früh ans Eingemachte: „Geht schon, dreimal noch die hochheben – dann geht das Eiweiß direkt in die Muskeln rein!“, motiviert Sportwissenschaftler Gabriel Illmeier die drei Schülerinnen, die die schweren Milcheimer in die Höhe stemmen, als wären sie gerade im Fitness-Center. Willkommen auf der „Milchstraße“ – das ist in diesem Fall der moderne Milchverarbeitungsraum der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Grottenhof. „Fit am Feld – LFS Grottenhof in Bewegung“ heißt das Pilotprojekt der Bewegungsrevolution Steiermark, das hier im neuen Schuljahr auch abseits der schönen Felder Wurzeln schlägt – und den Landwirtinnen und Landwirten von morgen lehrt, dass ein gesunder und fitter Körper ihr wichtigstes Werkzeug ist.
Zwischen Yoga-Baum und Motorsäge
Denn wer täglich anpackt, schwere Lasten hebt oder stundenlang am Traktor sitzt, weiß: Kraft allein reicht nicht. Es braucht Haltung – im Leben und im Rücken. Genau hier setzt die Initiative der Bewegungsrevolution an. Gemeinsam mit den Bewegungsexperten Daniel Oberkofler und Gabriel Illmeier wurden am gesamten Schulgelände praktische Übungsstationen installiert. Sie tragen klingende Namen wie „Fit auf der Milchstraße“ oder „Stark wie ein Baum“ – und zeigen mit Augenzwinkern, wie leicht Bewegung in den Alltag passt. So wie Schüler Julian Auckentaler, der bei unserem 5komma5sinne-Besuch zunächst gekonnt mit der Motorsäge hantiert, um dann in voller Montur den „Yoga-Baum“ in Angriff zu nehmen: einer Dehnungs-, Koordinierungs- und Entspannungsübung direkt am Waldrand.
Dehnen im Kuhstall - und alle sind voll "muhtiviert"
Ob „Step-ups“ auf dem selbst gebauten Holz-Hocker in der Tischlerei-Werkstatt, Dehnungsübungen nach dem Schleifen mit der Flex in der Werkstatt oder „Katze-Kuh-Dehnungsübungen“ mit tierischen Beobachtern im neuen Rinder-Tierwohlstall: Immer wieder sind es Gabriel Illmeier und Daniel Oberkofler, die den insgesamt 280 Schülerinnen und Schülern mit Humor und Enthusiasmus beibringen, wie sie wirklich in jeder Alltagssituation beweglich bleiben. Was Gabriel Illmeier bei der Konzipierung der Übungen wichtig war: „Sie müssen einfach zum Umsetzen sein, eine geringe Barriere haben, damit man sie auch in Arbeitsmontur durchführen kann. Und sie sollen eine Ausgleichsbewegung zu den Belastungen sein, die am jeweiligen (Arbeits-)Ort üblicherweise anfallen.“
Auf den großen Übungstafeln ist alles dabei, was Körper und Kreislauf in Schwung bringt: Kniebeugen mit Fersenheben, Schulterrückkreisen oder das berühmte „Wadenheben ins Milchfass“. Jede Station ist einem Fachbereich der Schule zugeordnet: in der Werkstätte geht’s um Kraft und Koordination, im Forst um Gleichgewicht und Mobilität, in der Milchverarbeitung um Stabilität und Haltung. Selbst Spaziergänger, die in diesem Grazer Naherholungsgebiet so gerne durchs Areal streifen – oder beim Bionah-Hofladen der Schule einkaufen, können mitmachen – dank QR-Codes an diversen Tafeln, die direkt zu Videoanleitungen führen.
Wer täglich anpackt, darf sich auch mal strecken
Ziel des Pilotprojekts „Fit am Feld – LFS Grottenhof in Bewegung“: Bewegung soll so selbstverständlich werden wie der Griff zur Futterschaufel. Das Konzept stammt von der Bewegungsrevolution Steiermark – einer Initiative von ASVÖ, ASKÖ und SPORTUNION, unterstützt vom Land Steiermark. Ihr Plan: Bewegung dort fördern, wo sie wirklich wirkt – im Alltag, bei der Arbeit, mitten im Leben.
Im Wintersemester liegt der Fokus auf Workshops und Alltagstraining. Im Sommer folgt Phase zwei: Die Schülerinnen und Schüler entwickeln eigene Bewegungsideen, drehen Kurzvideos und zeigen, wie man Landwirte langfristig in Bewegung hält. Auch das Lehrpersonal wird im Projekt mit einbezogen mit dem Ziel – dass es diese Übungen in den Schulalltag zwischen Klassenzimmer und Praxis-Einheiten mit einbaut. Am Ende soll ein Modell entstehen, das auf andere Schulen übertragen werden kann – mit Spaßfaktor und Nachhaltigkeit. Motto: Wer täglich anpackt, darf sich auch mal strecken.
100 Prozent Bio am Grottenhof
Und weil Bewegung auch durch den Magen geht, gipfelt unser 5komma5sinne-Besuch – wie könnte es am Grottenhof anders sein – im Bionah-Hofladen. Schüler verkaufen direkt in der Schule zusammen mit Hofladen-Betreiber Ferdinand Christian Köberl feinste biologische Leckerbissen, die sie selbst im Rahmen ihres Praxisunterrichts hergestellt haben. Es gibt Bäckereien und Leckereien und ein gutes Gefühl, etwas in Bewegung gebracht zu haben.











