Copyright ©
Marija Kanizaj
Hinter den Kulissen der Opernredoute
Alle Jahre wieder wirft die Opernredoute ihre glanzvollen Schatten voraus: Zum 25. Jubiläum verwandeln sich Bühne und Zuschauerraum erneut in den elegantesten Ballsaal des Landes. Am 31. Jänner 2026 steht die Grazer Oper ganz im Zeichen von „La dolce vita“. „Nach der Opernredoute ist vor der Opernredoute“, lässt Bernd Pürcher – seit 2000 bewährter Organisator – keinen Zweifel daran, dass die Vorarbeiten nahezu ein Jahr vor der großen Ballnacht beginnen. Noch im Frühjahr wollen Publikumswünsche diskutiert, das Motto geschärft, Konzepte für Eröffnungsprogramm, Ausstattung und Kulinarik erstellt werden. Ab Herbst folgt das Finetuning: Wie spiegelt sich das Motto in den Speisen des Abends wider, welche Musikstücke werden erklingen, wer steht bei der Eröffnung an welcher Position? Von der exklusiven Präsentation des Programms mit Intendant Ulrich Lenz über das Polonaise-Casting für die Auswahl von 50 Eröffnungspaaren bis hin zu Besprechungen zu Technik und Sicherheit – jedes Detail zählt. „Alles konkretisiert sich von Woche zu Woche“, erzählt Pürcher, der im Team gemeinsam mit Maria Ohrenstein, Deborah Siebenhofer, Oliver Kern, Lukas Prügger, Ingo Reinhardt und Praktikant Fabian Glatter für Glanz, Gloria und einen reibungslosen Ablauf sorgt. Damit der Abend so lebensfroh wie genussreich wird, arbeiten auch viele regionale Unternehmen Hand in Hand.
Unter ihrer Regie geht die Opernredoute am 31. Jänner 2026 über die Bühne: Intendant Ulrich Lenz mit den Organisationsprofis Maria Ohrenstein und Bernd Pürcher.
Verwandlung in den Ballsaal: Bühne und Zuschauerraum der Oper verbinden sich zu 800 Quadratmeter Parkett; 150 Personen sind für den Auf- und Abbau im Einsatz.
Copyright ©
Marija Kanizaj
Copyright ©
Marija Kanizaj
Vorfreude
Die Diademe der Debütantinnen stammen von Designerin Eva Poleschinski und Juwelier Klaus Weikhard. Oben: 5komma5sinne war beim Casting für die Polonaise dabei (von links: Claudia Eichler, Pierre Gider, Elke Jauk-Offner, Sabrina Konrad, Lisa Weswaldi-Eichler, Maria Ohrenstein und Bernd Pürcher).
Copyright ©
Marija Kanizaj
Copyright ©
Marija Kanizaj
Das süsse Leben
Die Rolle des Conférenciers übernimmt dieses Mal Schauspieler Stefano Bernardin, auf der Bühne stehen die Grazer Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Johannes Braun sowie Solistinnen und Solisten, Chor und Ballett der Oper Graz. Traditioneller Auftakt des Abends ist die Polonaise des Eröffnungskomitees, die in diesem Jahr vom steirischen Tanzschul-Trio Claudia Eichler, Lisa Weswaldi-Eichler und Pierre Gider choreografiert wird. Die Diademe stammen wie in den Jahren zuvor aus dem Haus Juwelier Uhren Weikhard. Entworfen wurden sie wieder von Designerin Eva Poleschinski, die von Hartberg aus die Modewelt erobert hat. Für das prachtvolle Festtagskleid des Hauses setzt Blumen Hajek mit Arrangements aus rund 10.000 Blüten mediterrane Akzente, während Blumen Grollitsch mit rund 150 Leihpflanzen von der Palme bis zum Lorbeer ein grünes Ambiente schafft.
Das abendliche Motto „La dolce vita“ wird dank Mignon Ritter allerorts sichtbar: Das prachtvolle Bühnenbild im Ballsaal, das einer Inszenierung der „Lustigen Witwe“ entstammt, wird diesmal in einem völlig neuen Lichtkonzept präsentiert und erstrahlt in voller Farbenpracht. Im gesamten Opernhaus erschafft die Ausstatterin kreative Welten – von der Moonlight und Piano Champagner Bar über Oase Restaurant und Cuba Rouge bis zur Antenne-Disco und gläsernen Brücke. Unter anderem auf Letzterer spielt die Opernredoute mit heimischen Top-Betrieben wie Stainzerbauer, Eckstein Catering, Genusshandwerk und Cohibar kulinarisch in der ersten Liga der GenussHauptstadt Graz. Die Einkaufsliste für die rund 2.500 Gäste kann sich sehen lassen – allein an Prickelndem sind es 1.000 Flaschen Champagner und 700 Flaschen Prosecco, Signature-Drink ist „La dolce Sprizz“. Dazu kommen 3.000 Flaschen erlesener Tropfen von Weinspezialist Morandell.
Glänzender Auftritt, genussreiche Kulinarik, glamouröse Kulissen: Ardea-Masterminds Elke Steffen-Kühnl und Babsi Schneider, Horst Schafler und Jan Aigner vom Genusshandwerk, Ausstatterin Mignon Ritter.
Green Event
Die Opernredoute wird zum sechsten Mal als offizielles Green Event ausgerichtet – viele regionale Partner machen kurze Wege möglich, Mehrweg-Lösungen und eine klare Kennzeichnung unterstützen das Unterfangen. „Eleganz und Verantwortung? Die beiden sind ein Paar“, gibt Pürcher als Marschrichtung vor. Organisatorisch ist das durchaus komplex: Allein 21 Pagodenzelte stehen für Garderoben, Küche und Entsorgung zur Verfügung. „Wir wickeln die Opernredoute schon seit 2018 als Green Event ab“, berichtet er stolz, „damit haben wir Pionierarbeit in der Hochkultur geleistet.“ Die Redoute war und ist nämlich das erste große österreichische Ballhighlight, das offiziell vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus zertifiziert wurde und den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens entspricht.
Musik, Show, Wirtschaftsfaktor
Man kann also mit gutem Gewissen bis in die Morgenstunden tanzen. Ensemblemitglieder der Oper Graz, das Ballett, das Orchester Sigi Feigl, das Grazer Salonorchester, DJ Mama Feelgood & Mr. Farmer, Silvio Gabriel & Cuba Libre sowie Antenne-DJs sorgen für die entsprechende Stimmung. Beim Flanieren wird man immer wieder sogenannten Showrunnern begegnen, die das Motto in glanzvollen Kostümen zur Schau tragen. Wer irgendwann doch ans Heimgehen denkt: Die Ballspende kommt wieder vom Grazer Unternehmen „Act1– just be“. Das Ärztepaar Dagmar und Peter Grieshofer hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Geheimnis eines langen und aktiven Lebens zu erforschen und Erkenntnisse in ihren Produkten konzentriert. Spätestens um 5 Uhr früh heißt es auch für die letzten Ballgäste: Für 2026 hat es sich auf der Opernredoute ausgetanzt. Ein mehr als 500-köpfiges Team war dann für diese Nacht im Hintergrund oder auf dem Parkett im Einsatz. Berücksichtigt man all jene, die vor, während und nach der Opernredoute ihren Teil zur Ballnacht des Jahres beigetragen haben, so kommt man auf rund 4.000 Arbeitsstunden. Mehr Zahlenspiele gefällig?
Die Opernredoute ist auch ein regionaler Wirtschaftsfaktor: Von den Besucherinnen und Besuchern werden zusätzlich zu den Ausgaben für die Eintrittskarten laut BMM Wertschöpfungsstudie rund 2,5 Millionen Euro für Transport, Kleidung, Beauty, Gastronomie und Hotellerie ausgegeben. Es ist also eine im wahrsten Sinne des Wortes rauschende Ballnacht, die viele aus gutem Grund in ihren Bann zieht. Selbst für Bernd Pürcher und sein Team ist es jedes Mal aufs Neue ein erhebender Moment, „wenn das Publikum strahlend die Feststiege erobert“.
