Der pure Geschmack der Region

Neben dem berühmten Murtaler Steierkas gibt es im Murtal noch zahlreiche weitere kulinarische Schätze zu entdecken. Wir haben uns durch die Region gekostet.

Der pure Geschmack der Region

Neben dem berühmten Murtaler Steierkas gibt es im Murtal noch zahlreiche weitere kulinarische Schätze zu entdecken. Wir haben uns durch die Region gekostet.

Wer die beiden verwechselt, muss im Murtal mit entrüsteten Blicken rechnen: Der Murtaler Steirerkas ist eine völlig andere Käsesorte als sein Namensvetter, der Ennstaler Steirerkas. Während der Ennstaler krümelig und sehr würzig aufs Brot kommt, ist die Murtaler Variante ein schnittfester Kochkäse aus Magertopfen, der mit Kümmel, Salz und Pfeffer verfeinert wird. Den herzhaften Käse findet man nicht nur auf Jausenbroten, sondern auch in regionalen Kaspressknödeln, im Steirer-Cordon-Bleau oder auf Pizzen. Und: Wir können das Murtaler Aushängeschild mit gutem Gewissen genießen, denn er zählt zu den kalorienärmsten Käsesorten und ist sogar noch in einer besonders mageren Variante erhältlich. 

Zu Gast in der Steinwenderhütte
Hauptproduzent der Murtaler Spezialität ist die Obersteirische Molkerei in Knittelfeld,  in der man beim Besuch der Milcherlebniswelt den Weg von der heimischen Bergbauernmilch bis zum genussreifen Käse verfolgen kann. Allerdings gibt es auch noch zahlreiche kleine Produzenten, die den Murtaler Steirerkas in traditioneller Handarbeit herstellen. Dabei wird teilweise Butter und gewürzter Topfen in den Käse gemengt – dies erkennt man an den weißen Flecken im Käse. Wir waren zu Gast in der Steinwenderhütte der Familie Mühlthaler im Gaalgraben und haben den prämierten Steirerkäse im sagenhaft gemütlichen Ambiente verkostet.

© Hirsch Hauser

Der berühmte Seckauer Lebkuchen 
Weltberühmt ist die Konditorei Regner in Seckau – vor allem für ihren Lebkuchen. Als schlichtes Café in der Hauptstraße, die durch die Häuserzeilen von Seckau führt, ist von außen kaum erkennbar, wie in der Bäckerei im eigenen Gebäude hinter dem Café tagein tagaus eifrig gewerkt wird. Die Bäckerei selbst gibt es bereits seit dem Jahr 1660, auf Lebkuchen hat sich Inhaber Michael Regner aber erst in den 1990er-Jahren spezialisiert. Heute werdenhier pro Woche sage und schreibe 2,5 Tonnen Lebkuchen pro Woche gebacken  – in Handarbeit. Denn nach wie vor setzen Michael Regner und sein Team – darunter auch sein Sohn Gregor, der 2009 zum Konditorweltmeister gekürt wurde – auf traditionelles Lebzelter-Handwerk statt auf Maschinen. Und passend zur Philosophie des Traditionsbetriebs werden übrigens fast ausschließlich Zutaten aus der Region verwendet: Das Mehl stammt von steirischen Mühlen, die Eier vom Bauern ums Eck. Beim Honig setzt man auf Murtaler Bienen. Kein Wunder, dass der berühmte Seckauer Lebkuchen ein pures Stück Steiermark ist! www.lebkuchen-regner.at 

Von Wild bis Fisch ...
Köstliche Wildspezialitäten gibt es bei Hirsch Hauser in Kleinlobming. Das Rotwild von Elke und Andreas Brandl hat in seinem Gehege ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und darf so naturnah wie möglich leben. Die rund 220 Tiere genießen während der Schon-, Setz- und Brunftzeit absolute Ruhe – vielleicht schmeckt das Fleisch deswegen auch besonders saftig und zart. In eigener Produktion stellt die Familie Wildspezialitäten wie Wildkrainer, Hirschrohwurst, Hirschrohschinken und Wildleberkäse her. Erhältlich sind auch garnierte Jausenplatten mit Wildspezialitäten, Speck, Eiern, Aufstrichen und Schweinsbraten. Seit 2018 betreiben Elke und Andreas Brandl einen eigenen Hofladen inklusive Jausenstation, in dem die Erzeugnisse verkostet werden können. Zusätzlich zu den „wilden“ Speisen gibt es im Hofladen auch Produkte aus der Umgebung, etwa Nudeln, Kürbiskernöl und Wein. Nähere Infos unter www.hirsch-hauser.at 
Lieber Fisch als Wild? Im Pölstal, konkret in St. Johann am Tauern, züchtet Herwig Leitner in seinem Fischzentrum Forellen und Saiblinge. Er bietet seine frischen Fische nicht nur im Ganzen, sondern auch als grätenfreie Filets sowie in geräucherter Form an. Da der Betrieb nicht immer geöffnet hat, lohnt sich eine telefonische Anfrage vorab. Nähere Infos dazu gibt es unter www.tauernforelle.at 

© Konditorei Regner

... und alles an einem Fleck
Auf der Suche nach regionalen (Wild- und Fisch-)Spezialitäten kommt man übrigens auch am Genussladen „Alles Wild e5“ in Eppenstein nicht vorbei. Je nach Saison sind hier z. B. Rehfilets oder Rotwild-Stücke, aber auch Schwammerl und Pilze erhältlich. Dazu gibt’s Fischaufstriche und geräucherte Fische (großteils von Mentz aus St. Peter ob Judenburg), Nudeln und Risotto, Aufstriche und Käse. Nicht zuletzt produziert „Alles Wild“ auch eigene feine Kleinigkeiten: etwa Gewürzmischungen, einen eigenen „Fischwein“, der hervorragend zu Fischgerichten passt, Nussschnaps und Zirbenessig.

Sauer macht lustig
Apropos Essig: Auch davon gibt es im Murtal einige Produzenten, allen voran Ur-Natur in Weißkirchen. Max Steinberger jr. stellt hier nicht nur Klassiker wie Apfel- und Birnenessig, sondern auch exotische Kreationen wie Paradeisessig, Ingweressig und Krenessig her. Katharina Steinberger von Ur-Natur erklärt: „Als reines Naturprodukt werden unsere Essige in Glasballons oder Holzfässern bis zu vollständigen Reife gelagert. Je länger die Reifung, desto milder der Essig.“ Danach werden die Essige grob gefiltert und von Hand abgefüllt. Und nachdem sich die Manufaktur im Zirbenland befindet, gibt es natürlich eine Murtaler Besonderheit aus den Ur-Natur-Holzfässern: den Zirbenbalsamessig. „Der entsteht auf Basis von Obstessig mit eingekochtem Fruchtsaft und dem Aroma aus echten Zirbenzapfen aus dem Gebiet rund um den Zirbitzkogel“, verrät Katharina Steinberger. 

© Ur-Natur