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Planai/Josh Absenger
Auf die schöne Tour – 6 Skitouren für alle Fälle
Die Vielfältige
Aufstiegshilfen: Fehlanzeige. Auf die Gipfel im Gesäuse führt einzig und allein die Muskelkraft – Skitourengeher sind hier also ganz in ihrem Element. Die Route auf den Leobner gehört zu den Klassikern in der Region. Gestartet wird dafür am Parkplatz Zeiringeralm im Bergsteigerdorf Johnsbach, das dank der guten Schnee- und Berglage als echtes Skitouren-Eldorado gilt. Auf dieser Route ist man zwar selten allein unterwegs, dafür kann man aus jeder Menge Aufstiegs-, Abfahrts- und Erweiterungsmöglichkeiten wählen – und man bewegt sich direkt im Nationalpark Gesäuse.
Die traditionelle Variante führt über die Grössingeralm zum berühmten Sautrog (steile Rinne) und übers Leobner Törl weiter zum Gipfel. Ein Ausflug unter der Woche oder außerhalb der Ferienzeit ist aufgrund der großen Beliebtheit ein heißer Tipp. Übrigens: In Johnsbach hat man beim Kölblwirt ein richtiges Tourenski-Testzentrum mit Ausrüstung zum Ausprobieren eingerichtet.
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TV Gesäuse/Christian Scheucher
Die Aussichtsreiche
Startpunkt dieser Tour in der Erlebnisregion Murtal ist der Alpengasthof Sabathy. Über die Linderhütte und einen steilen Bergrücken gelangt man auf den mit 2.396 Metern höchsten Punkt der Seetaler Alpen: den Zirbitzkogel. Beim Aufstieg wird man wie bei der Abfahrt von der malerischen Aussicht auf die Gipfel der Seetaler Alpen, auf die Stubalpe, die Seckauer Alpen und das Judenburg-Knittelfelder Becken begleitet. Aufgepasst, zwei Drittel der Strecke ist man in waldfreiem Gebiet unterwegs, die Winde können kräftig und eisig sein. Die Tour ist vor allem bei Schönwetter zu empfehlen.
An Bilderbuchwochenenden sind viele Skitourengeher und Schneeschuhwanderer unterwegs. Das liegt unter anderem an den auch im Winter großteils offenen Pforten des Zirbitzkogel-Schutzhauses auf 2.376 m Seehöhe – sicherheitshalber kann man vor dem geplanten Aufstieg beim Hüttenwirt oder bei der Waldheimhütte nachfragen.
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Foessl
Die Tag-und-Nacht-Kompatible
Im Familienskigebiet Galsterberg in der Region Schladming-Dachstein führt die Aufstiegsspur für Skitourengeher entlang der Piste vorbei an der Galsterbergalmhütte bis zur Bergstation Sessellift Vorderkar auf 1.984 Metern. Pistenabschnitte und Waldpassagen wechseln sich dabei ab. Will man noch höher hinaus, kann man zusätzlich den Pleschnitzzinken auf 2.112 Metern im freien Gelände erobern – das sollte man jedoch nur tagsüber und bei guter Witterung tun. Grundsätzlich ist das Tourengehen am Galsterberg nur während der Pistenöffnungszeiten erlaubt. Es gibt allerdings an Dienstagen, Donnerstagen und Samstagen die Möglichkeit einer Abendtour zwischen 18 und 21 Uhr. Die Strecke ist nicht beleuchtet, daher gilt: Stirnlampe mitnehmen!

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TV Schladming-Dachstein
Die Puderzuckerne
Wer Powder sucht, wird das Blaseneck lieben. Gestartet wird das Unterfangen beim Parkplatz Gscheidegger in Johnsbach. Der Aufstieg über Forstwege zur Plodenalm ist recht gemächlich. Aber Achtung: Der Name ist hier tatsächlich Programm, der „Blasius“ macht „vom Winde verweht“ zu einem durchaus passenden Untertitel der beliebten Leobner Alternative im Nationalpark Gesäuse. Der Begeisterung vieler Wintersport- und Pulverschneefans tut dies aber keinerlei Abbruch. Wer sich unter der Woche auf den Weg macht, der wird an den wunderbaren Aussichtspunkten mit Einsamkeit im besten Sinn belohnt. Gut zu wissen: Eine Besonderheit bei Nationalpark-Skitouren ist die sichtbare Wintermarkierung. Sie stellt auf der einen Seite sicher, dass man Wildtiere nicht aus ihrer verdienten Winterruhe aufschreckt, und trägt auf der anderen Seite auch dafür Sorge, dass man selbst nicht verloren geht.
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TV Gesäuse/Max Mauthner
Die Einsteigerfreundliche
Die Skitour zur Brandalm in der Region Schladming-Dachstein eignet sich ideal für alle, die erst ins sportliche Naturerlebnis einsteigen. Startpunkt ist der Parkplatz unterhalb des Gasthofs Edelbrunn in Schildlehen. Auf der präparierten Skiroute führt der Weg Richtung Dachstein. Am Waldrand entlang geht es bis zum Dachsteinhaus oberhalb der Liftstation. Von hier folgt man der Route zur Brandalm, wo man sich ab dem 25. Dezember wieder kulinarisch stärken kann – mit Ausblick auf die Dachstein-Südwand. Man fährt dann entweder über den gleichen Weg wie beim Aufstieg wieder gemütlich ab oder aber verlängert die Skitour bis zum Gasthof Türlwand. Die dritte Option: Man hält die Tour überhaupt kurz und geht vom Startpunkt in rund 25 Minuten nur bis zum Dachsteinhaus.
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Rene Eduard Perhab
Die Gipfelkrönende
Vom Parkplatz der Edelrautehütte sind es bis ganz hinauf „nur“ etwa 800 Höhenmeter – zum höchsten Gipfel der Erlebnisregion Murtal in den Rottenmanner Tauern, dem Großen Bösenstein. Der Aufstieg erfordert allerdings einiges an Kondition, Harscheisen sollten zur Ausstattung gehören und Spitzkehren dürfen kein Problem sein. Die Tour führt über den Almboden, durch einen alten Zirbenbestand, und – so Frau Holle will – unter Schnee liegende Latschen zum malerischen großen Scheiblsee. Das Kristallin des Kleinen und Gr0ßen Bösensteins hat man hier im Blick, im Rücken thronen die mächtigen Gesäuseberge. Hinter dem Scheiblsee geht es über einige Stufen und Hangquerungen hinauf ins Elendkar. Über einen steilen Hang erreicht man dann in einigen Spitzkehren die Elendscharte. Der letzte Abschnitt: Nach der Errichtung des Skidepots steigt man über den Grat zum Gipfel. Auf 2.448 Metern angekommen, werden alle Anstrengungen belohnt – mit einer majestätischen Aussicht auf Ennstal, Gesäuse und Dachstein.
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Markus Wilding







