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Kulinarium Steiermark: Die perfekte Begleitung zu steirischen Speisen
Urlaubsgefühle im Gasthaus Luderbauer
Die Urlaubsgefühle stellen sich beim Gasthaus Luderbauer in Seiersberg bei Graz ganz von selbst ein: Ein schmales Straßerl führt hinauf auf die Anhöhe, wo Gastwirt Josef Schwarz und sein Team köstliche regionale Speisen zubereiten. Doch der Duft nach Grillhendl und frischen Kräutern ist hier nicht das Einzige, was uns sofort entspannen lässt: Die gemütliche Terrasse mit Weinranken und Olivenbäumen offenbart einen unglaublichen Ausblick über die Hügel des Grazer Umlands. Und den Wein gibt es auch direkt vor der Haustür: Gegenüber befindet sich nämlich der hauseigene Weingarten, in dem Josef Schwarz verschiedene bio-zertifizierte Bergweine herstellt.
„Anfangs wurde der Weingarten von einem anderen Bauern bewirtschaftet, der regelmäßig Pestizide gesprüht hat. Wir setzen hier im Gasthaus sehr stark auf Bio-Produkte und die Gäste haben sich zu Recht beschwert, dass sie bei uns zwar Bio-Essen bekommen, aber ihnen dann der Bauer gegenüber sozusagen die Pestizide auf den Teller sprüht. Also habe ich den Weingarten im Jahr 2011 selbst übernommen und produziere seither rund 3.000 Flaschen eigenen Wein pro Jahr – ohne Spritzmittel und in Bio-Qualität“, erzählt Josef Schwarz die Geschichte des eigenen Weingartens. Um dem Wein – erhältlich als Weißer Mischsatz, Frizzante Rosé, Schilcher Rosé und Zweigelt & Blauburgunder – die besten Entfaltungsmöglichkeiten zu geben, hat der Gastronom sogar Edelsteine in der Erde vergraben („für bessere Schwingungen“, wie er sagt) und die Trauben mit Musik von Beethoven beschallt.
Feinster Fisch
Bio ist aber nicht nur beim Wein, sondern generell ein ganz großes Thema im gemütlichen Gasthaus: „Viele Gäste kommen wegen unserer Bio-Karpfen-Suppe. Einen guten Karpfen bekommt man bei uns ja fast nirgends mehr“, so Josef Schwarz, der im Betrieb von seiner Frau Andrea und den beiden Söhnen Johannes und Alexander unterstützt wird. Nun dann – einmal Suppe für uns, bitte! Serviert wird die Spezialität mit knusprigem Knoblauchbrot, und schon beim ersten Löffel wissen wir, warum die Suppe so gefragt ist. Der Karpfen stammt übrigens vom Gut Hornegg in Preding und ist, so wie fast alles auf der Speisekarte, somit aus der näheren Umgebung. „Das ist auch ein Grund, warum wir so begeistert von Kulinarium Steiermark sind. Bio und regional, das entspricht genau unseren Leitlinien, und das wollen wir auch nach außen präsentieren“, betont Josef Schwarz. Wer Fisch mag, wird übrigens auch von der Forelle begeistert sein: Die stammt von Fisch-Großmeister Kulmer aus Birkfeld und wird grätenfrei serviert.
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Harry Schiffer
Zeit für Geflügel
Der nächste große Klassiker auf der Speisekarte ist das Hendl – einerseits als Backhendl, andererseits auch als „aufgesetztes Brathendl“, das im Ganzen gegrillt und erst am Ende zerteilt wird. Diese Variante gibt es (nach Vorbestellung) auch in Bio-Qualität und natürlich lassen wir uns den Genuss nicht entgehen. Im November wird das Geflügel in der Beliebtheitsskala kurzfristig von seinem größeren Verwandten abgelöst: Da steht dann nämlich das Bio-Gansl auf der Speisekarte. Dazu werden spezielle Erdäpfel serviert: Die stammen von Bio-Bauer Franz Pircher aus Bad Radkersburg und sind laut Josef Schwarz „die besten Erdäpfel der Steiermark“. So gut, dass Gäste extra kommen, um diese Erdäpfel mit nach Hause zu nehmen. Für den fleischlosen Genuss hat Josef Schwarz u. a. Gerichte wie Buchweizenpalatschinken oder Kurkuma-Gnocchi mit Kürbissauce auf der Speisekarte – und auch vegane und glutenfreie Varianten.
Das wahre Geheimnis der Steirer
Von der steirischen Küche zeigt sich Josef Schwarz generell begeistert: „Aus Zutaten wie Käferbohnen oder Mais haben sich im Laufe der Zeit einzigartige Gerichte entwickelt, die es nur bei uns gibt.“ Und mit diesen Zutaten zaubern er und sein Küchenteam sogar ungewöhnliche Desserts wie Kürbiskerntorte und Käferbohnen-Schokokuchen. Wir probieren die Dinkelspagatkrapfen, ebenfalls eine Spezialität des Hauses. Und warum hier alles so gut schmeckt? Liegt es an den steirischen Zutaten? „Ich glaube, wir Steirer können halt auch einfach besonders gut kochen“, schmunzelt Josef Schwarz.
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Harry Schiffer
Hotel Liebmann: Kulinarik im Grünen
Weiter geht es ins Hotel Liebmann in Laßnitzhöhe, wo wir bereits von Stefan und Bernadette Liebmann empfangen werden. Neben einer kleinen Auswahl an A-lá-carte-Gerichten mit Klassikern wie Beef Tatar, Wiener Schnitzel, gefüllte Maishendlbrust und gegrillte Schweinemedaillons werden hier von Montag bis Freitag drei Mittagsmenüs angeboten: jeweils eines mit Fleisch, eines mit Fisch und ein veganes. Bei uns stehen heute gegrillte Melonen mit Tomaten, Burrata und einem Zitronendressing zur Auswahl. Da schlagen wir gerne zu – und fragen gleich nach: „Woher stammen eigentlich die Melonen?“ Die Antwort überrascht: Sie kommen nämlich tatsächlich aus der Steiermark. „Wir beziehen die Wassermelonen vom Auer-Hof in Kainbach“, erklärt Stefan Liebmann. Denn das Hotel setzt, wo immer es möglich ist, auf regionale Küche – in vielen Fällen mit Produkten direkt vor der Haustür.
Feuer und Flamme für Bio-Produkte
„Meine Großeltern haben hier einen Bauernhof betrieben, mit vielen Tieren und einigen Übernachtungsgästen. Mit der Zeit sind es immer weniger Tiere und immer mehr Gäste geworden, aber die Liebe zu regionalen und landwirtschaftlichen Produkten ist geblieben“, blickt Stefan Liebmann zurück. Der Beitritt zu Kulinarium Steiermark lag somit auf der Hand: „Wir haben uns den Katalog mit den Kriterien angesehen und eigentlich sofort alle erfüllt, da wir nach Möglichkeit immer regional und saisonal kochen.“ Die Kartoffeln stammen von Brodtrager, das Black-Angus-Rindfleisch von Hütter, das Gemüse von Predl in der Nähe von Wildon. Und einiges stammt von den Liebmanns selbst: „Wir haben eine Allee aus Apfelbäumen und machen unseren eigenen Apfelsaft. Und der gesamte verwendete Honig im Hotel wird in den hauseigenen Bienenstöcken produziert“, erklärt Hobby-Imker Stefan Liebmann. Auch Kirschen und zahlreiche alte Obstsorten wachsen auf den rund 4,5 Hektar rund ums Hotel – und die Fläche ist übrigens sogar bio-zertifiziert.
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Harry Schiffer
Große Nachfrage nach veganen Speisen
Die veganen Gerichte werden auf Initiative von Gattin Bernadette gekocht – und finden stets großen Anklang. „Wir haben heuer auch schon zwei vegane Hochzeiten ausgerichtet“, erzählt sie und empfiehlt uns heute das Steak vom Kräuterseitling auf Erbsenpüree und buntem Gemüse. Das probieren wir gerne – und schon zieht ein aromatischer Duft nach frischen Waldpilzen durch die Küche. „Die Seitlinge bekommen wir von einem guten Freund von mir, der eine eigene Pilzzucht betreibt“, so Stefan Liebmann. Die würzigen Seitlinge harmonieren perfekt mit dem cremigen Erbsenpüree und dem knackig-frischen Gemüse – auch für Nicht-Veganer ein purer Gaumenschmaus!
Für jeden das Passende
Beliebt ist das Hotel sowohl bei Business- und Seminargästen als auch bei Reisegruppen. Dennoch ist das Restaurant auch für Individualgäste geöffnet. „Viele Menschen scheinen eine Scheu davor zu haben, in einem Hotel-Restaurant zu speisen. Bei uns ist jedoch jeder willkommen und durch unsere Auswahl mit Fleisch, Fisch und vegan findet auch jeder etwas Passendes“, betont Bernadette Liebmann. Die Speisekarte wechselt alle zwei Monate und wird an saisonale Speisen angepasst. Im Sommer dominieren die Schwammerl, im Herbst werden sie von Kürbisgerichten abgelöst. „Unsere Speisekarte ist zwar etwas kleiner, aber dafür ist alles frisch und selbstgemacht“, so Stefan Liebmann.
Selbstgemachte Drinks
Nach dem Dessert – unglaublich zarte Topfenknödel mit frischen Früchten – lassen wir uns zum Anstoßen eine weitere Empfehlung des Hauses nicht entgehen: den von Stefan selbst entwickelten Gin, den Yin Gin. Vor über 15 Jahren, noch lange vor dem Gin-Hype, rief er seinen Premium-Gin mit Wacholderaromen und einer besonderen Frische ins Leben. Seither wird der Yin Gin allen Gästen, die sich einen Gin Tonic oder einen anderen Gin-Drink wünschen, empfohlen. „Da bekommen wir sehr viel tolles Feedback“, meint Stefan Liebmann. „Allerdings ist die Nachfrage nach Gin wieder spürbar gesunken. Im Moment sind vor allem antialkoholische Getränke im Trend.“ Und auch da kann das Hotel Liebmann aushelfen: etwa mit dem selbstgemachten Holundersirup. Natürlich mit Holunderblüten aus dem eigenen Garten.
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Harry Schiffer
Herzogs Bierbotschaft: Die Leidenschaft für Hopfen und Malz
Heute kommen wir aus dem Anstoßen gar nicht mehr heraus: Weiter geht es nämlich zu Herzogs Bierbotschaft in Wundschuh. Hier dreht sich alles um – Überraschung! – das Thema Bier. Das liegt vor allem daran, dass Anita Herzog, die Mutter der heutigen Bierbotschaft-Betreiber Sarah und Richard Herzog, im Jahr 2008 Lust darauf hatte, ihr eigenes Bier zu brauen. „Ursprünglich wollte sie nur mit kleinen Mengen experimentieren.
Da aber keine kleine Brauerei verfügbar war, hat sie einfach eine große gekauft“, erzählt Sarah Herzog. Mit Erfolg: Heute gibt es rund 17 Sorten Herzog-Bier, die in der Brauerei in Steindorf gebraut werden. Sarahs zweiter Bruder Hannes hat in München die Braumeisterschule absolviert und fungiert seit 2023 als Braumeister, während Sarah und Richard die Bierbotschaft schupfen.
Alles harmoniert mit Bier
Es ist natürlich naheliegend, dass auf der Speisekarte die meisten Gerichte perfekt zu einem Gläschen Bier passen: Gulasch, Zwiebelrostbraten, Schnitzel, Backhendl und Grillteller stillen den Hunger auf Deftiges, auch Vegetarier finden beispielsweise mit Tomaten-Mozzarella-Laibchen oder veganem Cashew-Mozzarella die passende Auswahl. „Unser Bier wird ohne Zusatzstoffe gebraut und dieselbe Philosophie verfolgen wir auch in der Küche: alles selbstgemacht“, so Sarah Herzog. Das Bier spielt übrigens auch bei der Zubereitung der Speisen eine Rolle: Es ist nicht nur in verschiedenen Saucen oder im Gulasch zu finden, sondern sogar im hausgemachten Erdäpfel-Weizenbier-Baguette und in der Bierschaumsuppe.
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Harry Schiffer
Ungewöhnliche Vorspeisen
Besonders stolz ist Küchenchef Richard auf seine Currywurst im Frühlingsteig-Mantel: Die ist nämlich vom vorderen bis zum hinteren Ende hausgemacht und dank Teigmantel plus Aufenthalt in der Fritteuse besonders knusprig. Wir entscheiden uns aber für eine andere, mindestens ebenso ungewöhnliche Vorspeise: Weißes Tomaten-Joghurt-Eis mit Bio-Salat, gebackenem Ei und Gemüsetatar. Während Richard aus den Zutaten ein wahres Kunstwerk errichtet, erzählt uns Sarah noch einiges über das Herzog-Bier: Erhältlich ist es in den drei Linien Klassisch, Ambassador und Exquisit – und es gibt einfach alles für jede Geschmacksrichtung. Klassiker wie Pils und Weizen sowie helles und dunkles Bier sind natürlich mit dabei. Im Sommer ist auch der „Leichte Fall“ mit nur 2,7 Prozent Alkohol sehr gefragt. Zur Auswahl stehen zudem India Pale Ale sowie New England India Pale Ale (NEIPA) und zahlreiche fruchtige Varianten: Kirschbier bzw. Kirsch-Johannisbeer-Bier, Zitronengras-Limetten-Bier, Honigbier usw. „Wir verwenden für das Bier echte Zutaten, also im Kirschbier sind keine Aromen, sondern tatsächlich Kirschen“, betont Sarah Herzog.
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Lange Liste an regionalen Zutaten
Die Liebe zu authentischen Zutaten ist es auch, die die Bierbotschaft zum Kulinarium-Steiermark-Betrieb gemacht hat. „Wir halten eigentlich nicht so viel von Auszeichnungen“, gesteht Richard Herzog. „Aber das Gütesiegel Kulinarium Steiermark hat für uns schon einen großen Wert, weil es widerspiegelt, was die Region alles kann. Touristen wissen den Wert unserer Kulinarik oft mehr zu schätzen als wir Einheimischen. Kulinarium Steiermark macht den Wert von Käferbohnen, Kren, Kürbiskernöl etc. sichtbar.“
Und die regionale Zutatenliste der Bierbotschaft kann sich sehen lassen: Rindfleisch stammt von der Fleischerei Prenner aus Wildon, beim Schwein setzt man auf das Vulkanland-Schwein. Hühnerfleisch wird vom Geflügelhof Tschiltsch aus dem Sulmtal geliefert, Bio-Gemüse und Bio-Salate kommen von Atropa Bio in Feldkirchen. Wir entscheiden uns als Hauptspeise für einen Klassiker, der einfach perfekt zu Bier passt: einen rosa gebratenen Zwiebelrostbraten mit Kräuter-Senfkruste, Speckbohnen und selbstgemachten Nudeln. Ein wahres Festmahl!
Süßes in flüssiger und runder Form
Bei den Getränken können die Geschwister neben ihren Bieren auch selbstgemachte antialkoholische Getränke anbieten: eigener Holundersaft, eine Limonade aus Colakraut, das im eigenen Garten wächst, oder der hausgemachte Brennnessel-Zitronen-Eistee sind beliebte Durstlöscher, wenn man einmal keine Lust auf Hopfen und Malz hat. Zudem stehen auch zahlreiche Bio-Säfte zur Auswahl, die gut zu unserem krönenden Abschluss passen: Topfenknödel mit Marillen und Vanillesauce. Und obwohl wir nach dem Zwiebelrostbraten schon wirklich gut gesättigt sind, lassen wir von den saftigen Knödeln kein Krümelchen übrig.
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Harry Schiffer
Saisonal angepasst
Die Gerichte auf der Speisekarte werden an die jeweilige Saison angepasst. „Wir haben zum Beispiel immer eine Kulmer-Forelle auf der Speisekarte, aber die Beilage wechselt je nach Jahreszeit. Im Frühling gibt es dazu beispielsweise Bärlauchnudeln, im Herbst Kürbis“, erklärt Richard Herzog. Als wir die Geschwister nach ihrem Lieblingsgericht auf der Speisekarte fragen, sind sich beide einig: „Das Backhendl!“ Dann wollen wir noch wissen: Trinkt ihr eigentlich selbst noch Bier oder steht es euch schon an? Und auch da herrscht Einigkeit: „Ein gutes, kühles Bier geht immer!“

