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Erntbar
Sie retten Lebensmittel mit dem Handy
Der Zwetschkenbaum biegt sich unter der Last seiner Früchte, die Zucchini wachsen schneller nach, als sie verarbeitet werden können, und am Ende landet ein Teil der Ernte auf dem Kompost. Gleichzeitig kaufen Menschen nur wenige Straßen weiter genau dieselben Lebensmittel, oft importiert, in Plastik verpackt und mit langen Transportwegen hinter sich. Dieses alltägliche Paradoxon war der Ausgangspunkt für die Gründung von Erntbar.
Lebensmittel aus der Region sichtbar machen
Hinter Erntbar stehen Marco Glawitsch, Julian Lämmerer und Daniel Konrad. Die drei Gründer verbindet nicht nur ihre Heimat Steiermark, sondern auch ihre Nähe zu regionalen Lebensmitteln. Während Marco Glawitsch im Vertrieb von Lebensmittelprodukten tätig ist, betreibt Daniel Konrad mit „Schilcherland Pilze“ eine eigene Pilzzucht. Julian Lämmerer verantwortet die technische Entwicklung der Plattform. Ihre Idee ist bewusst einfach gehalten: Wer Obst oder Gemüse übrig hat, fotografiert die Ernte mit dem Smartphone. Eine integrierte Künstliche Intelligenz erkennt die Sorte und schätzt die Menge ein. Daraus entsteht innerhalb weniger Sekunden ein Inserat, das auf einer regionalen Karte erscheint. Interessierte Nachbarn können direkt Kontakt aufnehmen und die Lebensmittel unkompliziert abholen – kostenlos oder zu einem fairen Preis. „Uns ging es nie nur um eine App, sondern um die Frage, warum gute Ernte vor der Haustür ungenutzt bleibt und wie man die Menschen, die sie haben, mit denen verbindet, die sie suchen“, erklärt Geschäftsführer Marco Glawitsch.
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Weniger Verschwendung, mehr Nachbarschaft
Mit dem Konzept möchte „Erntbar“ gleich mehrere Herausforderungen gleichzeitig angehen. Einerseits soll verhindert werden, dass wertvolle Lebensmittel ungenutzt verderben. Andererseits profitieren Konsumentinnen und Konsumenten von frischen, saisonalen Produkten aus unmittelbarer Nähe – ohne lange Transportwege und ohne unnötige Verpackung. Doch die App soll nicht nur Lebensmittel vermitteln, denn die Gründer hoffen auch, dass dadurch wieder mehr Begegnungen in der Nachbarschaft entstehen. Statt an der anonymen Supermarktkasse treffen sich Menschen am Gartenzaun, kommen ins Gespräch und lernen ihre Region besser kennen.
Einfache Nutzung für alle Generationen
Besonderen Wert legte das Team auf eine möglichst unkomplizierte Bedienung. Ein Inserat soll in weniger als einer Minute erstellt sein, unabhängig davon, ob der Nutzer einen großen Obstgarten besitzt oder nur gelegentlich überschüssige Tomaten aus dem Hochbeet anbieten möchte. Damit richtet sich „Erntbar“ bewusst an alle Generationen: von Pensionistinnen und Pensionisten mit alten Obstbäumen bis hin zu jungen Familien, die frische Lebensmittel aus der unmittelbaren Umgebung suchen.
Start in der Steiermark
Die App ist kostenlos für iOS und Android verfügbar und startet zunächst in der Steiermark. Schon jetzt finden sich auf der Plattform zahlreiche private Anbieter sowie regionale Hofläden. Langfristig verfolgt das Unternehmen jedoch größere Ziele. „Erntbar“ soll dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, regionale Wertschöpfung zu stärken und den Austausch innerhalb der Nachbarschaften zu fördern – zunächst in der Steiermark, später auch darüber hinaus.
Die Idee zeigt, dass es oft keine komplizierten Lösungen braucht: Manchmal genügt ein Foto, um aus überschüssiger Ernte wertvolle Lebensmittel zu machen und gleichzeitig Menschen miteinander zu verbinden.
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