Kulinarium Steiermark: Zwei oststeirische Genussadressen mit dem gewissen Etwas

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Die Oststeiermark hat kulinarisch ziemlich viel drauf. Das beweisen der Genussgasthof Willenshofer und das Garten-Hotel Ochensberger. Zwei Kulinarium Steiermark Betriebe mit ordentlich Tradition, jeder Menge Kreativität und ganz viel Geschmack. Zwei völlig unterschiedliche Genussadressen, die eines gemeinsam haben: Hier isst man richtig gut.

Genussgasthof Willenshofer: Ziemlich weit oben auf der Genuss-Skala

Unsere kulinarische Reise für Kulinarium Steiermark führt uns diesmal nach St. Kathrein am Hauenstein, mitten hinein in die wunderschöne Waldheimat von Peter Rosegger, direkt an der Talstation der Hauereck-Sessellifte. Und zwar auf rund 1.000 Meter Seehöhe! Dort, wo im Winter kleine und große Skifahrer den Hang hinunterschwingen und sich anschließend auf eine ordentliche Stärkung freuen, wird aber längst nicht nur während der Skisaison richtig gut gegessen. Ganz im Gegenteil.

Stefan und Regina Willenshofer führen hier ihren Genussgasthof mit ziemlich viel Leidenschaft, Liebe und einem klaren Bekenntnis zu dem, was die Region kulinarisch hergibt. Und ganz offensichtlich machen die beiden dabei einiges richtig. Denn längst kommen nicht nur Einheimische zum Essen, sondern auch Gäste aus Niederösterreich und Wien, die den Weg nach St. Kathrein am Hauenstein ganz bewusst auf sich nehmen. Und wir würden sagen: Ziemlich gute Entscheidung!

Vom Liftgasthof zum echten Genussgasthof

Ein bisschen Geschichte gehört hier unbedingt dazu. Denn das Haus der Familie Willenshofer hat eine lange Vergangenheit. Bereits 1720 wurde der Hof erstmals urkundlich erwähnt, seit 1898 ist er im Besitz der Familie Willenshofer. Stefan hat sein Handwerk in verschiedenen Spitzenrestaurants gelernt, bevor er 2010 mit neuen Ideen in den Familienbetrieb zurückkehrte. Gemeinsam mit Regina entwickelte er den ehemaligen Liftgasthof zu einem Genussgasthof weiter, in dem traditionelle steirische Küche und moderne, kreative Gerichte ganz selbstverständlich zusammenfinden. Und genau das macht diesen Betrieb für uns so spannend: Hier bekommt man Bodenständigkeit genauso wie kulinarische Überraschungen. Und nicht nur auf den Tellern hat sich einiges getan. Erst vor Kurzem wurde im Genussgasthof Willenshofer umgebaut und den Räumlichkeiten ein frischer Look verpasst. Das Ergebnis ist eine richtig schöne Mischung aus modernem Ambiente und gemütlicher Wirtshausatmosphäre.

Regionalität und Saisonalität stehen ja mittlerweile auf ziemlich vielen Speisekarten. Bei Stefan und Regina bekommt das Ganze allerdings noch einmal eine andere Bedeutung. Denn wenn Stefan Fisch serviert, ist dieser mit großer Wahrscheinlichkeit noch vor Kurzem im eigenen Teich geschwommen. Und der liegt gerade einmal rund 200 Meter entfernt, ein Stück die Wiese hinunter. Stefan fängt seine Fische tatsächlich höchstpersönlich. Frischer und regionaler geht’s dann wohl wirklich kaum.

Ob als Vorspeise, Hauptgericht oder sogar in einer Suppe: Der Fisch aus dem eigenen Teich spielt in Stefans Küche eine besondere Rolle. Dazu kommen frische Kräuter aus dem eigenen Garten und weitere hochwertige Produkte aus der Region. Das ist für uns Kulinarium Steiermark, wie wir es lieben: Nicht einfach nur von Regionalität reden, sondern sie tagtäglich leben.

Von herzhaft bis süß: Hier steckt Kreativität drin

Und weil Stefan seine Küche konsequent an der Jahreszeit ausrichtet, verändert sich auch die Speisekarte regelmäßig. Im Herbst dreht sich hier beispielsweise vieles ums heimische Wild. Wir durften schon einmal einen kleinen Vorgeschmack bekommen: verschiedene Variationen vom Hirsch, darunter ein Steak und Hirschlaibchen, dazu hausgemachte Gnocchi  und geflämmter Sellerie. Ein Gericht, das uns ziemlich neugierig darauf gemacht hat, was Stefan während seiner Wildwochen sonst noch alles auf den Teller zaubert.

Wer lieber bei den Klassikern bleibt, wird aber genauso glücklich. Besonders das Beef Tatar ist bei den Gästen beliebt, erzählen uns Stefan und Regina. Und auch das passt irgendwie perfekt zu diesem Haus: Hier muss man sich nicht zwischen traditionell und kreativ entscheiden. Man bekommt einfach beides. Wir waren mittlerweile wirklich schon in vielen kulinarischen Betrieben unterwegs. Haben viel gesehen, viel gekostet und wurden auch schon oft überrascht. Aber eine Tarte mit Nougat aus gerösteten Sonnenblumenkernen? Die war tatsächlich neu für uns. Und Nougat hat für uns selten so gut geschmeckt!

Auf der Speisekarte wird die Sonnenblumenkern-Nougat-Tarte übrigens mit Kathreiner Johannisbeer-Sorbet und Kürbiskernen kombiniert. Allein diese Zusammenstellung zeigt schon ziemlich gut, wie viel Kreativität in Stefans Küche steckt. Weil er aus einem vermeintlich einfachen Produkt etwas macht, das man so noch nicht gegessen hat.

Ob nach einem Skitag, bei einem Ausflug in die Waldheimat, zum gemütlichen Mittagessen oder ganz bewusst wegen der ausgezeichneten Küche: Der Genussgasthof Willenshofer ist definitiv einen Besuch wert. Stefan und Regina zeigen, dass ein traditionsreicher Familienbetrieb nicht stehen bleiben muss, um seine Wurzeln zu bewahren. Ganz im Gegenteil. Hier treffen Geschichte, Gastfreundschaft und eine ordentliche Portion kulinarische Kreativität aufeinander.

www.genussgasthof.com

Garten-Hotel Ochensberger: Wo Genuss immer Saison hat

Von rund 1.000 Metern Seehöhe geht’s für uns wieder hinunter ins Tal. Genauer gesagt nach St. Ruprecht an der Raab, wo mit dem Garten-Hotel Ochensberger ein weiterer kulinarischer Fixpunkt der Oststeiermark auf uns wartet. Und eines gleich vorweg: So unterschiedlich der Genussgasthof Willenshofer und das Garten-Hotel Ochensberger auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Beide wissen ziemlich genau, wie man Menschen mit richtig gutem Essen glücklich macht.

Das Garten-Hotel Ochensberger ist für viele längst eine der ersten Adressen, wenn es ums Frühstücken, Mittagessen oder Abendessen geht. Und das Schöne daran: Hier muss man nicht unbedingt Hotelgast sein, um sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Ob Seminarteilnehmer, Geschäftsleute aus der Umgebung, Einheimische oder eine Familie, die sich am Sonntag etwas Gutes gönnen möchte – hier treffen sich die unterschiedlichsten Menschen. Und das in einem Haus, das auch räumlich ziemlich viel Abwechslung bietet.

In der gemütlichen Gaststube, im modernen Restaurant, im lichtdurchfluteten Glashaus oder draußen auf der wunderschönen Terrasse mit mediterranem Flair. Hier schmeckt’s nicht nur gut, hier findet auch jeder sein Lieblingsplatzerl.

Ein Schnittlauchbrot, das keines ist. Oder doch?

Wer glaubt, ein Schnittlauchbrot wäre einfach eine Scheibe Brot mit Butter und ordentlich Schnittlauch obendrauf, der hat die Rechnung ohne die Küche des Garten-Hotels Ochensberger gemacht. Denn was uns hier als Signature-Gericht von Koch Fabian serviert wird, sieht auf den ersten Blick so gar nicht nach einem klassischen Schnittlauchbrot aus. Und spätestens, als statt eines Messers ein Löffel eingedeckt wird, schauen wir ein bissl verdutzt.

Die Erklärung folgt mit dem ersten Blick auf den Teller: Aus hochwertigen Brotresten entsteht eine wunderbar cremige Brotcreme. Dazu kommen knusprig geröstete Brotwürfel, ein pochiertes Ei und jede Menge frischer Schnittlauch. Ein Schnittlauchbrot zum Löffeln also.

Und was sollen wir sagen? Es schmeckt tatsächlich nach Schnittlauchbrot. Nur eben völlig anders, als man es bisher gekannt hat. Cremig, knusprig, vertraut und gleichzeitig überraschend. Für uns ein richtig schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn man Regionalität, Saisonalität und den Low-Waste-Gedanken nicht nur als Schlagworte verwendet, sondern kreativ in der Küche umsetzt. Dem Kulinarium Steiermark mehr als würdig!

Aus etwas, das andernorts vielleicht übrig bleibt, entsteht hier ein Gericht, das man ganz bewusst bestellen möchte. Unsere Empfehlung – und da sind sich Redaktion und Fotografenteam ziemlich einig: Unbedingt probieren!

Wenn die Küche auch ein bissl Kunst ist

Dass im Ochensberger gerne kreativ gedacht wird, zeigt sich aber nicht nur beim Schnittlauchbrot. Auch die steirische Ente hat uns begeistert. Und dann wäre da noch das Fisch-Mosaik, das schon optisch zeigt, dass hier mit ziemlich viel Fingerspitzengefühl gearbeitet wird. Überhaupt spielt das kunstvolle Anrichten im Haus eine besondere Rolle. Und das passt wunderbar zum kulinarischen Konzept Garten.Art, bei dem regionale und saisonale Zutaten, kreative Kochkunst und die Verbindung zur Natur im Mittelpunkt stehen.

Dazu gibt’s im Ochensberger sogar ein eigenes sechsgängiges Garten.Art Menü. Eine Einladung an alle, die steirische Küche einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernen möchten. Dabei bleibt die Küche trotz aller Kreativität ihren Wurzeln treu. Die Produkte kommen überwiegend von regionalen Produzenten, werden mit viel handwerklichem Können verarbeitet und gerne mit mediterranen Einflüssen kombiniert. Steirisch verwurzelt, aber alles andere als stehen geblieben.

Ziemlich viel Tradition & ziemlich viel Zukunft

Hinter dem Garten-Hotel Ochensberger steht eine Familie, die über viele Jahre hinweg einen Betrieb aufgebaut und geprägt hat, der aus der kulinarischen Landschaft der Oststeiermark kaum mehr wegzudenken ist. Die Familie Ochensberger hat dabei eine Philosophie etabliert, die wunderbar zu Kulinarium Steiermark passt: hochwertige regionale Produkte, gelebte Gastfreundschaft, ein bewusster Umgang mit Ressourcen und die Bereitschaft, kulinarisch immer wieder neue Wege zu gehen.

Und genau diese Philosophie soll auch in Zukunft weiterleben. Mit Anna Koschuh und Sabine Ullrich übernehmen zwei Frauen die Direktion, die das Haus bereits bestens kennen. Die nächste Etappe für einen Betrieb also, der seine Tradition schätzt, sich aber gleichzeitig immer wieder neu erfindet.

Frühstück mit Freunden, Business Lunch, Sonntagsessen mit der Familie oder ein ganz besonderes Dinner: Das Garten-Hotel Ochensberger ist einer dieser Betriebe, für die man eigentlich immer einen guten Grund findet, vorbeizuschauen.

Und wer einmal ein Schnittlauchbrot mit dem Löffel gegessen hat, weiß spätestens danach, dass auch vermeintlich einfache Gerichte ziemlich großes kulinarisches Potenzial haben. Genau diese Mischung aus Bodenständigkeit, Kreativität und echter Wertschätzung für regionale Lebensmittel macht das Ochensberger zu einem Kulinarium Steiermark Betrieb, wie wir ihn kennen und lieben.

www.ochensberger.at

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