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Stiefkind Fotografie
Spinat aus der Steiermark
Mitten in Graz bauen Johanna Bernhard Steinhauszer in ihrer Marktgärtnerei „Unser Bauerngarten“ ca. 60 verschiedene Gemüsekulturen mit insgesamt 150 Sorten an – so beispielsweise 20 unterschiedliche und farbenfrohe Tomatensorten. Zudem sind sie einige der wenigen Spinatbauern der Steiermark. Im Gegensatz zum „Spinatbundesland“ Niederösterreich wird das grüne Gemüse nämlich in unserem Bundesland nur auf rund 2,5 ha Fläche angepflanzt – eine verschwindend geringe Menge im Vergleich zu vielen anderen steirischen Gemüsesorten.
Im Frühling und im Herbst wird bei „Unser Bauerngarten“ aber gar nicht so wenig Spinat geerntet, erzählt Johanna Steinhauszer: „Wir haben einen Teil des Spinats bereits im Herbst gesät und pflücken ihn dann zu Ostern. Er sieht zwar nicht mehr so schön aus, weil er im Winter natürlich eine Menge mitgemacht hat, aber dafür lagert er durch die Kälte bis zu 300 % mehr Zucker ein als der im Frühling gepflanzte Spinat. Er schmeckt also sehr süß und aromatisch.“ Anfang März wird der zweite Teil des Spinats gesät und je nach Größe rund um Ostern oder erst später geerntet. Herbst wird bei „Unser Bauerngarten“ aber gar nicht so wenig Spinat geerntet, erzählt Johanna Steinhauszer: „Wir haben einen Teil des Spinats bereits im Herbst gesät und pflücken ihn dann zu Ostern. Er sieht zwar nicht mehr so schön aus, weil er im Winter natürlich eine Menge mitgemacht hat, aber dafür lagert er durch die Kälte bis zu 300 % mehr Zucker ein als der im Frühling gepflanzte Spinat. Er schmeckt also sehr süß und aromatisch.“ Anfang März wird der zweite Teil des Spinats gesät und je nach Größe rund um Ostern oder erst später geerntet.

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Effizienter Anbau, vielfältiger Genuss
Die Marktgärtnerei hat sich einer besonders nachhaltigen Anbauweise verschrieben: Gesunde Böden, keine Spritzmittel – auch keine biologischen – und die größtmögliche Vielfalt an Gemüse das ganze Jahr über. Davon profitiert auch der Spinat, erklärt Johanna: „Wir machen alles in Handarbeit, deshalb können wir den Spinat nach Lust und Laune pflücken – als Babyspinat oder wenn er bereits größer ist. Im Gegensatz zur maschinellen Ernte, wo eine bestimmte Größe und Dichte der Pflanzen gegeben sein muss, ernten wir auch das Herz des Spinats nicht mit – er wächst also bis zu dreimal nach, was den Anbau für uns auch sehr effizient macht.“ Und auch in anderer Hinsicht mag sie den Spinat: „Einerseits ist er unkompliziert im Anbau, andererseits auch ein wunderbar vielfältiges Gemüse, das man roh oder gekocht in den verschiedensten Varianten verspeisen kann.“
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Unser Baumgarten
Frisch geerntete Vitamin-C-Bombe
Die effiziente Ernte hat noch einen weiteren Vorteil: „Viele wissen nicht, dass Spinat nach der Ernte innerhalb von 24 Stunden bereits die Hälfte seines Vitamin-C-Gehalts verliert. Das heißt, dass der abgepackte Spinat im Supermarkt meist nur noch sehr wenig Vitamin C hat. Wir ernten den Spinat am Vormittag und verkaufen ihn am Nachmittag. Im Idealfall wird er dann am Abend bereits verzehrt, also frischer geht’s kaum.“ Rund 200 kg Spinat wachsen jährlich bei „Unser Bauerngarten“, rund drei Viertel davon im Frühling. Und wo wird er verkauft? Die Marktgärtnerei setzt auf sogenannte Ernteteiler: Rund zwei Drittel der gesamten Ernte des Jahres werden von diesen Haushalten vorab in gewissen Portionsgrößen bestellt und stehen wöchentlich zur Abholung bereit. „Aber neben unseren fixen Abnehmern haben wir auch wöchentlich einen Ab-Hof-Verkauf, wo alles, was gerade reif ist, auch in Haushaltsgrößen gekauft werden kann. Nur größere Mengen müssen bei uns vorbestellt werden.“ Der wöchentliche Verkauf findet immer donnerstags von 16 bis 19 Uhr direkt an ihrem Standort am Hochfeldweg 23 in 8047 Graz statt. „Wir stellen dabei eine gewisse Menge an Gemüse bereit. Wenn wir zu wenig geerntet haben, ist das aber kein Problem. Wir verkaufen unsere Produkte direkt im Gemüsegarten: Wenn wir beispielsweise zu wenig Karotten zur Verfügung haben, ernten wir halt schnell noch welche. Direkt vor den Augen unserer Kunden.“ Wer genauer wissen will, woher die Lebensmittel stammen, darf auch einen Blick in den Garten werfen und sich über den Anbau und die Ernte informieren lassen.
Gemeinsam Gemüse essen
Obwohl „Unser Bauerngarten“ eine sehr klein strukturierte Landwirtschaft auf nur 3.500 m² ist, holen Johanna und ihr Mann den maximalen Ertrag heraus: „Im vergangenen Jahr konnten wir 9 Tonnen Gemüse ernten, was in etwa den Jahresbedarf von 100 Familien deckt.“ Neben nachhaltigem Anbau und einem Beitrag zum Erhalt der Vielfalt ist der jungen Familie auch das soziale Miteinander wichtig. Daher beschäftigen sie keine Saisonarbeiter, sondern das ganze Jahr über fix angestellte Mitarbeiter – darunter auch Menschen mit schwierigen Hintergründen, etwa aufgrund einer Behinderung oder einer kriminellen Vergangenheit. Doch auch die Gemüse-Community rund um „Unser Bauerngarten“ hilft tatkräftig dabei mit, die Gesellschaft ein kleines Stück besser zu machen. „Unsere Abnehmer haben die Möglichkeit, freiwillig einen sogenannten Soli-Beitrag – also einen Solidaritätsbeitrag – zu leisten. Das heißt, dass sie mehr Gemüseportionen zahlen, als sie selbst dann mit nach Hause nehmen. Der Betrag kommt dann jenen Familien zugute, die sich nicht so viele Portionen leisten können, wie sie eigentlich benötigen würden.“ Bunte steirische Bio-Vitamine für alle also – inklusive der Extraportion Vitamin C im frisch geernteten Spinat.
Nähere Infos zu „Unser Bauerngarten“ und dem aktuellen Gemüseangebot gibt es unter: www.unserbauerngarten.at
Spinat am Gründonnerstag
Warum essen wir am Gründonnerstag eigentlich Spinat?
Das „Grün“ im Gründonnerstag geht sehr wahrscheinlich auf das mittelhochdeutsche Wort „greinen“ zurück, das so viel wie „weinen“ oder „wehklagen“ bedeutete und sich auf den Leidensweg Jesu bezog. Im Volksmund wurde der Tag dann mit der Farbe Grün verbunden und deshalb aß man an diesem Tag eben Grünes. Gleichzeitig wurden den ersten Frühlingskräutern rund um Ostern besondere Heilkräfte zugeschrieben, mit denen man den kargen Winter vertreiben wollte.


