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Der Herbst hat viele Farben. Unsere liebste ist ziemlich eindeutig: Kernölgrün. Jetzt ist die Zeit für volle Jausenbrettln, junge Weine und lange Nachmittage zwischen Weingärten und Kastanienbäumen. Unser Buschenschank-ABC serviert euch die Steiermark von A bis Z. Prost Mahlzeit!

A wie Aufstriche. So ein richtig gutes Jausenbrot beim Buschenschank braucht eigentlich gar nicht viel. Außer vielleicht Kürbiskern- oder Liptaueraufstrich. Und Grammelschmalz. Und Verhackertes. Und Leberaufstrich. Und viele mehr. Manchmal zwischen Brot und Geselchtem dezent im Hintergrund, sind hausgemachte Aufstriche am Gaumen die eigentlichen Hidden Champions einer Buschenschankjause.

B wie Brot und Wein am Kleegraben (Buschenschank Brunner). Zwischen Ilz und Riegersburg zahlt es sich immer aus, in den Kleegraben abzubiegen. Bei Familie Brunner landet das Beste auf dem Tisch, was das Vulkanland hergibt. Vom Surbraten und Käferbohnensalat über Käse und Fisch bis zu vegetarischen und veganen Schmankerln. Dazu kommt der eigene, vielfach prämierte Wein aus einem Familienbetrieb, dessen Geschichte am Kleegraben rund 200 Jahre zurückreicht. Und weil Brot und Wein selten alleine bleiben, bestellt man gleich ein bissl Zeit dazu.
Geöffnet: bis 27.9. Di.–Sa. / 30.9. bis 13.12. Mi.–So. ab 15 Uhr
Adresse: Kleegraben 15, 8262 Ilz.

www.brot-wein.at

C wie Cuvée. Wenn sich mehrere Rebsorten zusammentun und dabei etwas richtig Gutes herauskommt, nennen Winzer das Cuvée. Entscheidend ist die Mischung – und ein gutes Händchen im Keller. Am Buschenschanktisch heißt das dann nur noch: einschenken, kosten, nachschenken. 

D wie Direktvermarkter. Kürzer kann der Weg zum Genuss kaum sein: Was am Hof wächst, reift und verarbeitet wird, landet direkt bei euch auf dem Jausenbrettl oder im Glas. Genau das macht den Buschenschank zum Direktvermarkter mit Sitzplatz.

E wie Edelbrände. Apfel, Birne, Zwetschke – irgendwann landen die Früchte nicht mehr nur im Korb. Fein gebrannt werden da-raus hochprozentige Botschafter der steirischen Obstgärten. Sie wärmen von innen, räumen im Magen auf – und krönen zum Abschluss jeden Buschenschankbesuch.

F wie frisch und fruchtig. Zwei Eigenschaften, die dem steirischen Wein wie auf den Leib geschrieben sind. Besonders im Herbst, wenn der Jungwein ins Glas kommt, zeigt er sich knackig, lebendig und voller Frucht. Ein junger Steirer eben – und ziemlich schnell eingeschenkt.

G wie Weinhof Grabner. Wobei die Einheimischen wahrscheinlich eher sagen würden: „Gemma zum Groomaa.“ Robert und Barbara Grabner führen den Weinhof in Markt Hartmannsdorf in zweiter Generation – mit eigener Landwirtschaft, acht Hektar Weingärten und einem Buschenschank, in dem viel Hausgemachtes aufs Brettl kommt. Vom Geselchten und den Aufstrichen bis zum Sauerteig-Bauernbrot schmeckt man, wo man gerade sitzt.

Geöffnet: Februar bis Anfang Dezember von Freitag bis Sonntag (Fr. ab 16 Uhr, Sa., So. & Feiertag ab 15 Uhr).

Adresse: Reith 16, 8311 Markt Hartmannsdorf
www.weinhof-grabner.at

H wie hausgemacht. Ein Wort, das auf Buschenschankkarten erfreulich oft noch genau das bedeutet, was draufsteht. Brot aus dem eigenen Ofen, Fleisch vom eigenen Hof, Aufstriche nach Familienrezept und Mehlspeisen, bei denen die Oma vielleicht noch ein Wörtchen mitredet. Hausgemacht schmeckt eben auch ein bisschen nach zu Hause.

I wie Isabella-Traube. Sie duftet intensiv nach Erdbeeren und Waldfrüchten und gehört zu den Direktträger-Rebsorten. Im Südburgenland wird daraus der Uhudler – und darf nur dort so genannt werden. Was nicht bedeutet, dass nicht auch die Steirer Hervorragendes von Isabella Frizzante über Traubensaft bis zum Fruchtaufstrich zaubern. Das Beste daran: Man erkennt sie oft schon mit der Nase.

J wie Jause. Sie kommt auf einem Brettl daher und kann trotzdem abendfüllend sein. Speck, Käse, Aufstriche, Gemüse, Kren – und irgendwo findet sich garantiert noch Platz für ein Stück Brot. Die Brettljause ist das steirische Sharing-Menü. Nur dass wir sie schon geteilt haben, bevor „Sharing“ überhaupt modern wurde.

K wie Kuruzzenschenke. Hoch über Fehring schenken Josef und Silvia Konrad nicht nur ihre eigenen Weine ein, sondern auch ziemlich viel Aussicht: Von der Terrasse schaut ihr bis zum Schloss Kapfenstein und zur Riegersburg. Im Buschenschank kommen hausgemachte Schmankerl auf den Tisch, im Familienbetrieb bringt bereits die junge Generation frische Ideen ein. Zwei Generationen, acht Hektar Weingärten und ein Platzerl, an dem das „nur auf ein Achterl“ wieder einmal schwer einzuhalten ist.

Geöffnet: bis 13.12. von Mi. bis So., jeweils ab 15 Uhr (am 26. 10., 1.11. und 8.12. geschlossen)
Weinverkauf: gleich wie Buschenschank-Öffnungszeiten oder tel. Anmeldung: 03155 3089

Adresse: Burgfeld 40, 8350 Fehring

www.kuruzzenschenke.at

L wie Lese und Sturmzeit. Wenn im Herbst die Buschen-schanken Hochsaison haben, geht’s draußen in den Weingärten ans Eingemachte – oder besser gesagt: an die Trauben. Die Lese bringt den neuen Jahrgang in den Keller – und für Gäste kurz darauf den Sturm ins Glas: jenen süffigen Zwischenzustand, wenn der Traubensaft schon gärt, aber noch kein fertiger Wein ist. Ein paar Wochen lang heißt es also: stürmische Zeiten im Buschenschank.

M wie Mostschanken. Nicht überall in der Steiermark dreht sich beim Einkehren alles um den Wein. Wo Apfel und Birne den Ton angeben, wird in Mostschanken aufgetischt – aber genauso mit bäuerlicher Jause und fruchtigem Most im Glas – beides natürlich in höchster Qualität.

N wie Nachschenken. Das Brettl ist leer. Das Glas leider auch. Gegen beides lässt sich etwas machen. Denn wenn das Gespräch gerade gut und der Wein noch besser ist, wäre Aufstehen sowieso völlig überbewertet. Also: noch ein Achterl – und ein paar hausgemachte Germspeisen, bitte.  

O wie Ortswein. Der Name verrät schon ziemlich viel: Der Ortswein ist die goldene Mitte der steirischen DAC-Herkunftspyramide: als Basis die Gebietsweine, in der Mitte die Ortsweine, an der Spitze die Riedenweine. Ortsweine tragen ihren Herkunftsort im Namen und zeigen, wie eine bestimmte Gegend schmeckt. Oder weniger fachlich gesagt: Ein Ortswein schmeckt nach dort, wo er daheim ist.

P wie Pop-up-Buschenschank im Wein- und Feiergut F. Kohl. Da ist er. Dann ist er wieder weg. Und genau deshalb sollte man hingehen, wenn er da ist. Die Schwestern Elisabeth und Katharina Kohl öffnen die Tore ihres Pop-up-Buschenschanks bewusst nur zu ausgewählten Zeiten – dann aber mit weiblicher Handschrift und Genussmomenten, die Familie Kohl (hier packen alle mit an) gerne ein bissl anders denkt: Statt üblicher Brettljause gibt es Feinschmeckerturm oder Schweinsbraten-Wrap und zum Drüberstreuen darfs ein Rosé-Wermut sein. Beim Wein bringt Weinbau-Meisterin Elisabeth Kohl ebenso ihre eigene Handschrift in den über 200 Jahre alten Familienbetrieb ein – der als Feiergut ganzjährig gern für Hochzeiten, Partys oder Feiern aller Art buchbar ist.
Geöffnet vom 6.11. bis 22.11. von Fr. bis So. ab 16 Uhr, dann wieder im Februar 2027. Plus: Herbstfest im Weinhof am 17.10.2026

Vinothek täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet

Adresse: Dorfstraße 17, 8263 Großwilfersdorf.

www.kohl-weine.at

Q wie Quetschn. Irgendwann wird’s im Buschenschank später. Und irgendwann holt einer die Harmonika raus. Dann wird aus Jause und Achterl schnell ein Abend mit Musik – denn zur steirischen Gemütlichkeit gehört die Quetschn ungefähr so selbstverständlich wie der Wein ins Glas. Und mitsingen darf auch, wer den Text nur ungefähr kennt.

R wie Rieden. Namen, die Winzer kennen wie andere ihre Straßen. Eine Ried bezeichnet eine genau abgegrenzte Weinbergslage, deren Boden, Klima und Ausrichtung dem Wein ihren Stempel aufdrücken. Ganz oben in der steirischen DAC-Herkunftspyramide stehen schließlich die Riedenweine.

S wie Weingut und Buschenschank Schneeberger. Feiern mit Aussicht. Genießen mit Geschmack. Erinnerungen inklusive. Ob Geburtstag, Hochzeit oder Firmenfeier – Familie Schneeberger schafft den passenden Rahmen für besondere Anlässe. Wer es ganz entspannt haben will, bucht sich einen Picknickkorb und geht in den Weingarten. Dazu gibt’s regionale Schmankerl, ausgezeichnete Weine und den schönsten Ausblick über die Südsteiermark. Herzlich, unkompliziert und mit viel Liebe zum Detail – so wird bei Schneeberger gefeiert. Weinverkostungen und Kellerführungen gibt’s auf Wunsch gleich dazu.

Geöffnet: April bis Oktober von Di. bis So. ab 12 Uhr / Februar, März und November jeweils Sa., So. und Feiertag ab 12 Uhr / Jänner geschlossen

Weinverkauf: Mo. 8–17 Uhr / Di.–Fr. 8–18 Uhr (wenn Buschenschank geöffnet, sonst bis 17 Uhr) / Sa., So. und Feiertag: wenn Buschenschank geöffnet, 10–19 Uhr

Adresse: Pernitschstraße 31, 8451 Heimschuh

www.weingut-schneeberger.at

T wie Traubensaft. Wer sagt, dass im Weingarten immer Alkohol ins Glas muss? Viele Buschenschanken werden bei ihren alkoholfreien Alternativen immer kreativer – vom hauseigenen Traubensaft bis zu raffinierten Säften, Spritzern und prickelnden Kreationen. Schmeckt nach Steiermark, macht trotzdem klaren Kopf. Denn irgendeiner muss ja schließlich noch heimfahren.

U wie Urlaub am Weinhof. Warum nach dem letzten Achterl eigentlich noch heimfahren? Immer mehr Weinhöfe verbinden Buschenschank und Weinbau mit Zimmern oder Ferienwohnungen – und machen aus dem Einkehren gleich eine kleine Auszeit. Erst verkosten, dann ausschlafen, morgens zwischen den Reben aufwachen. So schaut ein Heimweg aus, den wir uns einreden lassen.

V wie Verhackertes. Speck, Schmalz, Gewürze – fein gehackt und ordentlich aufs Bauernbrot gestrichen. Verhackert gehört zur steirischen Buschenschankjause wie frischer Kren und das Achterl daneben. Und beim Aufstreichen gilt eine alte Buschenschank-Weisheit: Zu dünn ist auch keine Lösung.

W wie Wolfgang, Wein und Wollschwein. So lautet das oststeirische WWW beim Traditionsweingut Retter-Kneissl in Hartberg-Umgebung. Diese Kombination ist eine Genuss-Rarität in der Steiermark (und bald kommt mit Walnuss-Spezialitäten ein viertes W hinzu). Christina sorgt im Buschenschank für die kulinarischen Feinheiten, Winzer Wolfgang für seine „Weinheiten“ – und seine Wollschweine für Spezialitäten, für die man wirklich Schwein gehabt haben muss. Dass es sich hier gut essen und trinken lässt, wussten übrigens schon die Römer: Nur wenige Gehminuten entfernt zeugt die Villa Rustica davon, dass sie sich vor rund 2000 Jahren genau hier niederließen. Es wird bestimmt am Wein gelegen sein. Heute wissen die Einheimischen dafür ganz genau, wann man sich hier niederlässt: März, Juli und November gelten im Hartbergerland längst als Retter-Kneissl-Zeit. Und im Juli gibt’s jeden Donnerstag Live-Konzerte, da rockt das Wollschwein!
Geöffnet: 2. bis 29.11., dann wieder im März und Juli. Täglich außer Dienstag, geöffnet ab 15 Uhr

Weinverkauf: Mo. bis Fr. von 8 bis 18 Uhr, Sa. von 8 bis 12 Uhr,
24 Stunden Selbstbedienung im Winzerhaus 

Adresse: Löffelbach 7, 8230 Hartberg.

www.retter-kneissl.at 

X wie Xsölchts. Beim X hilft uns der steirische Dialekt aus der Patsche – denn Xsölchts, also Geselchtes, gehört auf eine ordentliche Buschenschankjause. Würzig, fein aufgeschnitten und am liebsten mit Bauernbrot und frisch geriebenem Kren. So schmeckt ein X, bei dem uns garantiert niemand ein U vormachen muss.

Y wie Young Wine Makers. Der Hof ist alt. Die Ideen sind jung. Eine neue Winzergeneration übernimmt in der Steiermark Keller und Weingärten, probiert aus, denkt Wein neu und bringt frischen Wind in so manchen Buschenschank. Gut so: Denn Tradition schmeckt am besten, wenn sie nicht stehen bleibt.

Z wie Z’sammensitzen. Vielleicht die wichtigste Zutat jedes Buschenschanks – und garantiert die einzige, die auf keiner Speisekarte steht. Ein paar Menschen am Tisch, etwas Gutes zum Essen, volle Gläser und Zeit, die gerade niemand misst. Man kommt auf eine Jause, bleibt auf ein Achterl und geht ein paar Geschichten später wieder heim. So schmeckt steirisches Z’sammensitzen.

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