Kulinarium Steiermark: Hochsteiermark in drei Gängen

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Kulinarium Steiermark steht für ausgezeichnete steirische Kulinarik, Regionalität, Saisonalität und richtig gute Produkte aus der Region. Wie vielfältig das in der Hochsteiermark aussehen kann, zeigen unsere nächsten drei Stopps: ein Gasthof in altehrwürdigen Mauern, eine Hütte hoch oben auf der Alm mit Produkten aus der eigenen Sennerei und ein Familienhotel, das regionale Küche modern weiterdenkt.

Gasthof Schäffer: Ein Wirtshausjuwel in Neuberg an der Mürz

Manchmal betritt man ein Gasthaus und weiß ziemlich schnell: Das hier hat was. Genau so ging es uns im Gasthof Schäffer in Neuberg an der Mürz. Karolin und Thomas Schäffer haben sich, wie es sich für waschechte Gastro-Leute fast gehört, bei der Arbeit auf Saison kennengelernt. Heute führen sie gemeinsam den Gasthof, die Tochter ist mittendrin und spätestens bei der Begrüßung merkt man: Hier ist man als Gast keine Nummer.

Man wird ein kleines Stück Teil einer Wirtshausgeschichte, die schon viele Jahre länger dauert als die eigene. Davon erzählen die alten Mauern, die Bilder, das Interior und eigentlich jede Ecke des Hauses. Ich glaube fast, wir haben mit dem Gasthof Schäffer einen kleinen Schatz in der Hochsteiermark gefunden.

Wobei alt hier ganz und gar nicht bedeutet, dass alles beim Alten bleibt. Der Gastgarten ist neu und einer dieser Plätze, an denen man ziemlich problemlos ein paar Stunden länger sitzen bleiben könnte. Und weil zu einem richtig guten Gesamterlebnis eben auch die Details gehören: Die WC Anlagen sind ebenfalls neu. Und ich sag’s, wie’s ist: Ich hab selten schönere gesehen. Ja, auch das darf in einem Kulinarikblog einmal erwähnt werden.

Aber jetzt zum Wichtigsten: Was kommt auf den Teller?

Denn so schön Ambiente und Gastgeber auch sind, wir sind schließlich für Kulinarium Steiermark hier. Und damit geht es um Regionalität, Saisonalität, Qualität und natürlich Geschmack.

„Regional – saisonal – kreativ“ beschreibt Thomas seine Küche. Und eigentlich braucht es gar nicht viel mehr, um zu verstehen, was hier auf die Teller kommt. Die Jahreszeit gibt vor, was gekocht wird, die Zutaten kommen, wann immer möglich, aus der unmittelbaren Umgebung und trotzdem bleibt genügend Platz, um kreativ zu werden.

So darf es Beef Tatar oder Fischsuppe sein, Zwiebelrostbraten oder Ragout von der Gams. Die kommt natürlich vom befreundeten Jäger aus der Region. Was sonst? Und zum Abschluss Schokosoufflé oder ein handgezogener Schwarzbeerstrudel.

Bodenständig heißt bei Thomas nämlich ganz bestimmt nicht langweilig. Klassische Wirtshausküche darf genauso ihren Platz haben wie Gerichte, bei denen er sich kreativ austobt. Genau diese Verbindung aus Region, Jahreszeit und eigener Handschrift macht seine Küche aus. Und ziemlich genau das ist es auch, was Kulinarium Steiermark auszeichnet.

Und weil man einen kleinen Wirtshausschatz am besten selbst entdeckt: Hinfahren, Platz nehmen, durchkosten. Mehr über Karolin und Thomas, ihre Küche und den Gasthof Schäffer in Neuberg an der Mürz gibt’s hier: www.gasthofschaeffer.at

Lurgbauerhütte: So schmeckt die Schneelam

Gleich vorweg: Zur Lurgbauerhütte fährt man normalerweise nicht. Da geht man hin. Nur wir hatten als Produktionsteam ausnahmsweise das Privileg, bis ganz nach oben zu fahren. Für alle anderen gilt: Wanderschuhe an, eine der zahlreichen Routen auf die Schneealm aussuchen und los. Das Ziel liegt auf 1.764 Metern. Und ich kann jetzt schon sagen: Der Weg lohnt sich.

Oben angekommen, liegt die Lurgbauerhütte fast für sich allein. Rundherum nichts als Weite, ein unglaublicher Weitblick, eine herrliche Almenlandschaft und Kühe, die ziemlich zufrieden auf den Wiesen grasen.

Und dann kommt schon die erste schwierige Entscheidung: Wo will man eigentlich sitzen? Draußen mit diesem unglaublichen Blick über die Schneealm oder doch drinnen in der richtig gemütlichen Stube? Denn kaum ist man drin, riecht’s nach Kaspressknödelsuppe, Bergkäsesuppe oder frisch gebackenem, hausgemachtem Kuchen. Auch nicht gerade hilfreich bei der Entscheidungsfindung. Wobei man sich auf einer Alm ohnehin nicht allzu lange festlegen sollte. Das Wetter kann hier ziemlich schnell drehen. Gut also, dass Sabine und Martin Bayer für so ziemlich jede Wetterlage das passende Platzerl haben. Und aushalten lässt es sich hier sowieso überall.

Regionalität ganz ehrlich & unkompliziert

Die Kühe, die wir draußen beim Grasen beobachten, haben ihren wichtigsten Job an diesem Tag übrigens schon erledigt. In aller Früh werden sie direkt bei der Hütte gemolken. Aus ihrer Milch entstehen Käse, Bergkäse, Topfen & Co. Und was daraus wiederum entsteht? Genau das, was später auf den Tellern landet. Ob das zur Philosophie von Kulinarium Steiermark passt? Wie die Faust aufs Aug, wie Hüttenwirt Martin Bayer zu sagen pflegt.

Als wir ankommen, werden wir schon erwartet. Sabine steht in der Küche und der Topfenstrudel ist bereits in Arbeit. Handgezogen natürlich. Sie schwingt hier oben seit Jahrzehnten den Kochlöffel und beglückt Wanderer mit genau jener Hüttenküche, für die man nach einem Aufstieg ziemlich dankbar ist. Da gibt’s unter andere4m Käsebrot mit der eigenen Käsevielfalt, Kasspätzle mit eigenem Bergkäse und eben diesen handgezogenen Topfenstrudel mit frischem Topfen. Alles aus Rohmilch, alles hier oben verarbeitet. Und alles mit Wegen, die kürzer kaum sein könnten. So, wie es sich für mich auf einer Alm gehört.

Und wir durften noch ein Stück weiter hinter die Kulissen schauen: in die Käserei. Dort lagern und reifen bereits jene Laibe, die erst in der nächsten Almsaison für Geschmackserlebnisse sorgen werden. Irgendwie schon besonders, wenn man davor noch die Kühe auf der Alm stehen sieht und wenige Meter weiter den Käse, der aus ihrer Milch entstanden ist.

Mehr zur Lurgbauerhütte, zur Almsennerei und zu den Wandermöglichkeiten gibt’s auf lurgikas.at

Roanwirt: Wenn eine ganze Familie an einem Strang zieht

Beim Roanwirt in St. Lorenzen im Mürztal ist „familiengeführt“ nicht einfach irgendeine nette Beschreibung auf Website, da steckt tatsächlich eine ganze Familie dahinter. Papa Gerald und Sohn Joachim stehen gemeinsam in der Küche, Mama Reingard sorgt dafür, dass im Service alles läuft. Der Roanwirt ist mittlerweile in dritter Generation in Familienhand und tief in der Hochsteiermark verwurzelt. Und irgendwie merkt man ziemlich schnell: Hier greift eines ins andere. Zwei Generationen in der Küche, eine Familie, die gemeinsam anpackt und ein Haus, das Tradition hat, sich darauf aber ganz bestimmt nicht ausruht.

Das gilt übrigens nicht nur für die Familie, sondern fürs ganze Haus. Denn bevor wir überhaupt darüber reden, was auf den Tellern landet, müssen wir kurz übers Ambiente sprechen. Mein erster Gedanke beim Betreten vom Roanwirt? So schön! Mehr müsste ich eigentlich gar nicht sagen. Modern und trotzdem gemütlich, mit viel Liebe zum Detail und einem Wohlfühlfaktor, der ziemlich weit oben angesiedelt ist. Ein Haus mit Tradition, das sich seine Geschichte bewahrt hat und trotzdem ganz im Heute angekommen ist.

Wenn die Region liefert und die Familie daraus was Gutes macht

Und genau dieses Gefühl zieht sich auch durch die Küche. Natürlich gibt’s beim Roanwirt Schnitzel & Co. Und das hat in einem traditionellen Gasthaus absolut seinen Platz und seine Berechtigung. Aber eben nicht nur. Vegetarisches steht genauso hoch im Kurs und regionale Produkte werden durchaus modern weitergedacht. Und wenn die Hochsteiermark schon so viel hergibt, dann muss man es eigentlich nur noch nutzen. Genau das machen Gerald und Joachim. Hinterm Haus wachsen Zucchini, Erdäpfel und Rote Rüben, der Fisch wird aus dem Nachbarort geholt. Vieles von dem, was in der Küche verarbeitet wird, hat also keine besonders lange Reise hinter sich.

Und ich finde ja: Es ist schon ziemlich cool, wenn eine Region ihren Köchen so viel liefert. Noch schöner ist es aber, wenn die Köche genau das auch nutzen. Damit wären wir auch direkt bei Kulinarium Steiermark: Regionalität und Saisonalität nicht nur auf die Karte schreiben, sondern ganz selbstverständlich danach kochen.

Ob diese Mischung aus Tradition und neuen Ideen vielleicht auch damit zu tun hat, dass mittlerweile Vater und Sohn gemeinsam in der Küche das Sagen haben? Gut möglich. Das Zusammenspiel funktioniert jedenfalls: Erfahrung trifft auf neue Ideen, Bewährtes darf bleiben und Neues bekommt seinen Platz. Und Mama? Die sorgt währenddessen dafür, dass draußen alles läuft. Am Ende ist es eben doch wieder die Familie. Eine Familie, die gemeinsam einen Betrieb geschaffen hat, der für mich Kulinarium Steiermark in der Hochsteiermark ziemlich wunderbar bereichert.

Vielleicht ist genau das das Schöne am Roanwirt: Man kommt als Gast und merkt ziemlich schnell, dass hier eine ganze Familie dafür sorgt, dass man sich wohlfühlt. Was aus Küche, Garten und Region dabei auf den Teller kommt, muss man dann eigentlich nur noch selbst probieren.

Mehr über den Roanwirt in St. Lorenzen im Mürztal gibt’s auf roanwirt.at

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