Eingedruckte Freude

Susanne Huber stellt in ihrer Kleiderkunst- und Design-Manufaktur in Peggau Bio-Mode für festliche Anlässe her. Die gelernte Grafikerin im Interview über peaces.bio.

Eingedruckte Freude

Susanne Huber stellt in ihrer Kleiderkunst- und Design-Manufaktur in Peggau Bio-Mode für festliche Anlässe her. Die gelernte Grafikerin im Interview über peaces.bio.

Susanne Huber ist in den Bergen der Steiermark aufgewachsen und hat die Natur immer schon geliebt. Aus ihrer Naturverbundenheit und ihrer Leidenschaft zum grafischen Design entstand die Idee, fair und nachhaltig hergestellte Mode zu produzieren. Wir haben die quirlige Designerin zum Interview getroffen und ihre neuesten Kreationen bewundert.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Bio-Kleidungsstücke herzustellen?

Susanne Huber: Vor vielen Jahren habe ich den Entschluss gefasst, keine konventionelle Mode mehr zu kaufen. Dabei habe ich festgestellt, dass es nicht viele Kleidungsstücke gibt, die bio, aber auch elegant sind. Somit habe ich beschlossen, selbst mit der Herstellung zu beginnen, und habe peaces.bio gegründet. Ich wollte Kleidungsstücke produzieren, die nicht nur bio und fair sind, sondern auch Freude machen. Die Freude ist sozusagen in den Stoff eingearbeitet, wenn man weiß, wie es demjenigen geht, der den Stoff herstellt. Ich habe dann auch Siebdruck-Kurse bei der steirischen Künstlerin Helga Chibidziura gemacht und dann war klar: Das ist es, was ich machen möchte. Das ist der künstlerische Ausdruck, den ich gesucht habe. Ich möchte damit auch die Natur dem Menschen näherbringen, die Natur soll mit allen Sinnen gefühlt werden, aber auch Freude und Frieden sollte man in sich spüren. In der normalen Mode ist oft so viel Angst und Schrecken mit eingearbeitet.

© peaces.bio

Werden deine Stücke vollständig in Peggau gefertigt?

Susanne Huber: Nein, die Stoffe muss ich schon zukaufen. Die Leinen stammen aus Österreich, die Bio-Baumwolle aus Deutschland, weil man sie in Österreich kaum bekommt. Es gibt auch eine neue Tencel-Faser, die aus Holz hergestellt wird und die ich für sehr vielversprechend halte. Diese Stoffe beziehe ich aus Deutschland und Dänemark; ich denke, dass der Stoff Zukunft hat, weil Holz immer ökologischer ist als beispielsweise Baumwolle.

Ab dem Siebdruck werden dann aber alle weiteren Arbeitsschritte bei mir selbst durchgeführt. Ich entwerfe die Motive und den Fotodruck, dann wird die Farbe mit dem Rakel durch das Sieb gedruckt, hitzefixiert und anschließend wird der Stoff zugeschnitten und genäht. In meiner hauseigenen Schneiderei ist eine Schneiderin fix beschäftigt und es gibt auch noch eine Aushilfs-Schneiderin.

Ist die Nachfrage nach deinen Kleidungsstücken durch den immer stärker werdenden Regionalitätsgedanken gestiegen?

Susanne Huber: Ja, beim ersten Lockdown habe ich das sehr stark gemerkt, da war der Online-Shop wirklich sehr gefragt. Viele Leute bestellen zwar über den Avocado-Shop, einem deutschen Anbieter, über den ich meine Mode auch anbiete, und nicht direkt bei mir. Aber die Nachfrage ist auf jeden Fall online gewachsen und hält sich jetzt auf diesem Niveau. Andrerseits muss man sagen, dass man nach 5 Jahren eben auch bekannter ist als am Anfang. Ich habe nicht viel in Marketing investiert, das Unternehmen ist von selbst gewachsen.

© peaces.bio
© peaces.bio

Was wird es in diesem Jahr noch Neues bei dir geben?

Susanne Huber: Eigentlich gibt es bei mir jede Woche etwas Neues. Ich mache wirklich Kleinkollektionen zu verschiedenen Themen, etwa wie Wald, Sommer usw. Es ist bei mir immer eine Herzensangelegenheit, also ich kann nicht jetzt schon für den Herbst oder gar für den Frühling im kommenden Jahr vorausplanen, wie es die großen Modeshops tun. Ich plane nicht lange in die Zukunft, sondern ich muss dann in der richtigen Laune sein. Meine Mode ist auch großteils darauf angelegt, ganzjahrestauglich zu sein. Aber natürlich geht jetzt gerade der Trend in Richtung Sommer.

Welche Stücke sind bei dir besonders gefragt?

Susanne Huber: Das ist schwierig zu sagen. Hauptsächlich sind es Business-Outfits, also schöne Blazer, elegante Hosen, aber auch Kleider fürs Büro. Heuer sind ja die festlichen Anlässe nicht so häufig, aber normalerweise ist auch die Brautmode sehr gefragt, nicht nur für die Braut selbst, sondern auch für die Hochzeitsgäste. Im Hochsommer haben natürlich kurze Kleider Hochsaison, aber auch immer eher die eleganteren Varianten, die sich auch fürs Büro eignen.

Die Kleidungsstücke gibt es unter www.peaces.bio

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