5,5 Sinne Logo
Anzeige

FPÖ-Klubobmann-Stv. Stefan Hermann: die steirischen Regionen stärken

Die FPÖ Steiermark kämpft für die Inlandsflüge nach Graz – und will damit nicht nur große Unternehmen, sondern auch die kleineren Betriebe vor wirtschaftlichem Schaden bewahren.

FPÖ-Klubobmann-Stv. Stefan Hermann: die steirischen Regionen stärken

Die FPÖ Steiermark kämpft für die Inlandsflüge nach Graz – und will damit nicht nur große Unternehmen, sondern auch die kleineren Betriebe vor wirtschaftlichem Schaden bewahren.

Die steirische FPÖ sieht die Streichung der Inlandsflüge, insbesondere der Verbindung zwischen Wien und Graz, als Angriff gegen den Wirtschaftstandort Steiermark. Der stellvertretende Klubobmann und Vizebürgermeister von Feldkirchen bei Graz, Stefan Hermann, erklärt im Interview, was das Aus für die Verbindung wirklich bedeuten würde.

Warum setzt sich die FPÖ Steiermark so stark für die Aufrechterhaltung der Inlandsflüge ein?
Stefan Hermann: Wie wir wissen, soll das geforderte Flugverbot für Flüge, deren Ziel innerhalb von drei Stunden auch mit anderen Verkehrsmitteln zu erreichen wäre, bis 2025 in ganz Österreich umgesetzt werden. In Salzburg ist das bereits Realität: Es gibt keine Flüge zwischen Wien und Salzburg mehr. Sobald es den Koralmtunnel zwischen der Steiermark und Wien gibt, sollen auch die Flüge zwischen Graz und Wien Geschichte sein. Die steirische FPÖ sieht darin allerdings einen nachhaltigen Schaden für die Wirtschaft, den wir auf keinen Fall hinnehmen wollen.

Wieso denkt ihr, dass dies ein so gewaltiger Schaden sein wird?
Stefan Hermann: Viele große steirische Unternehmen wie Magna Steyr haben ihren Standort bewusst aufgrund der Flughafennähe gewählt. Eine fehlende Flugverbindung macht den Standort somit sehr unattraktiv. Doch die fehlende Flugverbindung würde sich auch auf kleinere regionale Betriebe auswirken: Viele Touristen würden wegfallen, da kein Tourist nach einer Landung in Wien noch stundenlang mit dem Zug und dem Bus beispielsweise in die Südsteiermark an die Weinstraße fahren möchte. Viele Touristen würden dann einfach in Wien bleiben, wenn sie keinen komfortablen Anschlussflug nach Graz wählen können. Das gilt auch für Delegationen – sie werden nach dem beruflichen Teil ihrer Reise ja oft abends noch zum Abendessen eingeladen, doch dies wird nicht in der Steiermark der Fall sein, wenn für die Anreise noch eine stundenlange Zug- oder Busfahrt in Anspruch genommen werden muss.

Aber ist dieses Aus der Flugverbindung nicht zumindest dem Klima zuliebe sinnvoll?
Stefan Hermann: Auch das bezweifeln wir sehr stark. Der Flugverkehr verursacht etwa 2 % des weltweiten CO2-Ausstoßes. In Österreich liegen wir bei nur 1,6 %, also ohnehin bereits unter dem Durchschnitt. Jeder, der fliegen möchte, fliegt sowieso – die Leute fliegen dann eben von München oder von Bratislava weg. Diese Verbindungen wird es ja von Graz weiterhin geben. Daher ist die Streichung der Inlandsanschlüsse unserer Meinung nach ein völlig falscher Ansatz.

Was wäre eurer Meinung nach stattdessen eine sinnvollere Maßnahme zur Stärkung der heimischen Wirtschaft?
Stefan Hermann: Wir wollen zunächst einmal bewusst jede Bauprojekte starten, die ohnehin in den nächsten Jahren am Plan gestanden wären – aber indem man jetzt bereits startet, kann man die Wirtschaft schon ein wenig ankurbeln. Unser nächster Plan ist, die Coronaförderungen unter die Leute zu bringen. Oftmals wird in der Politik davon geredet, wie viele Coronaförderungen zur Verfügung gestellt werden – nur leider erhält sie kaum jemand, weil die Kriterien für die Förderungen einfach nicht passen. Als Beispiel möchte ich die Sportvereine nennen: Hier wurden 200.000 Euro in Aussicht gestellt, ausbezahlt wurden bislang aber nur 8.000 Euro. Die Förderungen sind nämlich mit so vielen Auflagen verbunden, dass sie letztendlich dann keiner bekommt – und das darf nicht sein. Wir werden also dafür kämpfen, dass die Förderungen auch offen und ehrlich verteilt werden. Und unser zweites großes Projekt ist die Sanierung der Straßen. Unsere Landstraßen werden immer schlechter und trotzdem gibt es dafür kein Budget.

 

Und was wird die FPÖ dagegen unternehmen?
Stefan Hermann: Wir fordern mindestens 50 Mio. Euro Budget – das ist allein für die Sanierung der steirischen Straßen notwendig, damit wird noch kein einziger Meter zusätzlicher Straße gebaut. Wir haben auch eine Handy-App ins Leben gerufen: Mit der App Infra STMK (hier gibt es den Download für Android und hier für iPhones) können Steirer Schlaglöcher oder Fahrbahnschäden melden, sodass man schnellstmöglich etwas dagegen tun kann. Mit besseren Straßen fördert man letztendlich die gesamte Wirtschaft.

Nähere Infos zum Parteiprogramm gibt es unter www.fpoe-stmk.at