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Wo im Winter alles grünt

Die Frutura Thermal-Gemüsewelt in Bad Blumau sorgt dafür, dass wir auch im Winter immer frisch geerntete Tomaten aus der Steiermark am Teller haben.

Wo im Winter alles grünt

Die Frutura Thermal-Gemüsewelt in Bad Blumau sorgt dafür, dass wir auch im Winter immer frisch geerntete Tomaten aus der Steiermark am Teller haben.

Zu übersehen sind die Gewächshäuser der Frutura Thermal-Gemüsewelt in Bad Blumau kaum: Immerhin erstrecken sie sich auf 26 ha und strahlen im trüben Spätherbst ein heimeliges Licht aus. Wir werden von Christoph Schieder, dem Personal- und Technikleiter der Gewächshäuser, empfangen, der uns erst einmal mit einigen spannenden Eckdaten versorgt. Angebaut werden im Winter Cherry- und Miditomaten auf 6,5 ha – dabei wird ein wöchentlicher Ertrag von über 50.000 kg Tomaten erzielt, der über die SPAR-Märkte in ganz Österreich verkauft wird (Marke „Blumauer Tomaten“). Katrin Hohensinner, Geschäftsführerin der Frutura, erklärt den Hintergedanken: „So können wir ganzjährig frische Produkte in höchster AMA-GAP-Qualität garantieren.“

Beheizt mit aufgewärmtem Wasser
Da die Tage im Winter trüber und sonnenärmer sind, müssen die Gewächshäuser nicht nur beheizt, sondern auch zusätzlich beleuchtet werden. Hinter dieser banal wirkenden Aussage steckt ein ausgetüfteltes System: Geheizt wird mit Wasser, das wiederum von Thermalwasser aufgewärmt wurde. Das rund 120 Grad heiße Thermalwasser wird aus über einem Kilometer Tiefe aus dem Boden gepumpt und erhitzt über einen Wärmetauscher das Wasser in den Wassertanks für die Gewächshäuser. Über eine zweite Bohrung wird das unberührte Thermalwasser wieder zurück in den Boden geleitet. Manfred Hohensinner, Geschäftsführer und Eigentümer der Frutura, betont: „Dieses österreichweit einzigartige und nachhaltige Projekt ist die Landwirtschaft der Zukunft.“

 

Frutura-Geschäftsführerin Katrin Hohensinner
© Philip Platzer
Frutura-Geschäftsfüher Manfred Hohensinner
© Philip Platzer

Viele Lichtstunden auch im Winter

Auch die Natriumdampflampen, mit denen die Pflanzen mehrere Stunden am Tag beleuchtet werden, geben einges an Wärme ab. Während die Heizungsrohre am Boden verlaufen, halten die Lampen die Köpfe der Tomatenpflanzen warm – ganz wie die roten Vitaminbringer es mögen. In den Abend- und Nachtstunden sorgt eine lichtdichte Abschirmung am Dach der Gewächshäuser dafür, dass es zu keiner Lichtverschmutzung kommt und die Tiere des nahegelegenen Waldes nicht in ihrer Ruhe gestört werden.

EIn kleines Ökosystem voller Tiere
Besonders spannend finden wir das Schädlingsbekämpfungskonzept der Frutura. Zum Einsatz kommen nämlich auch in den kommerziellen Gewächshäusern keine Pestizide, sondern ausschließlich Nützlinge. Die werden gezielt ausgesetzt, gefüttert und gezüchtet, damit Schädlinge im Gewächshaus keine Chance haben. Ebenso natürlich läuft auch die Bestäubung der Tomatenblüten ab: Im Gewächshaus schwirren emsig Hummeln umher, die ihrer Arbeit nachgehen. Warum Hummeln und nicht Bienen, fragen wir natürlich die naheliegendste aller Fragen. „Hummeln haben die perfekte Größe, um die Tomatenblüten passend zu bestäuben, und sie arbeiten viel strukturierter als Bienen“, klärt uns Christoph Schieder auf.

 

© Philip Platzer

Die ewige Angst vor Viren

Bei den wohlig-warmen 22 Grad, die im Inneren herrschen, wollen wir das Gewächshaus am liebsten gar nicht mehr verlassen – obwohl wir uns beim Betreten von Kopf bis Fuß in Hygienekleidung hüllen mussten. Hygiene ist in den Gewächshäusern das oberste Gebot, um die Tomatenpflanzen nicht mit Pilzen, Viren oder Bakterien zu kontaminieren. Bewusst wird darauf geachtet, dass der Umgang mit den Pflanzen so angelegt wird, dass die Produktion sichergestellt ist. Einmal jährlich werden die Gewächshäuser übrigens leergeräumt: Alles wird abgeerntet, desinfiziert und nach einem Monat neu bepflanzt. Und dann sprießen sie bald wieder, die fruchtigen Tomaten aus den Blumauer Gewächshäusern, die keinen Winter kennen.

Nähere Infos unter frutura.com

Melanzani aus der Steiermark
© Philip Platzer
© Philip Platzer