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Kolumne: Was wir unseren Kindern mitgeben
Gerade Mama geworden und plötzlich scheint überall alles perfekt zu sein. Perfekte Routinen. Perfekte Wohnungen. Perfekte Beziehungen. Perfekte Babys. Zumindest dann, wenn man durch Social Media scrollt. Während man selbst nachts zum dritten Mal aufsteht, irgendwo zwischen Milchflecken, Müdigkeit und völliger Überforderung, fragt man sich manchmal: Warum schaffen das scheinbar alle anderen besser? Seit zehn Wochen bin ich Mama unseres kleinen Ben. Und ja, ich bin überglücklich. Mehr, als ich jemals gedacht hätte. Aber gleichzeitig merke ich auch, wie groß der Druck geworden ist, alles richtig machen zu müssen. Jeder hat eine Meinung. Bücher haben Pläne. Das Internet hat Regeln. Und Social Media verkauft uns ständig das Gefühl, dass Mutterschaft nur dann gelungen ist, wenn sie gleichzeitig schön, organisiert und entspannt aussieht. Aber was passiert eigentlich, wenn genau dieser Anspruch mehr Frust als Freude auslöst? Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Jede Familie ist anders. Jede Beziehung ist anders. Jedes Kind ist anders. Und genau deshalb darf auch jede Mama ihren eigenen Weg finden. Über all die Themen rund um Erwartungen, Perfektionsdruck, Social Media und die vielen Meinungen von außen werde ich in den kommenden Kolumnen noch ausführlicher schreiben. Denn gerade als Mama begegnet man täglich neuen Fragen, Unsicherheiten und Herausforderungen. Heute möchte ich den Blick jedoch auf etwas richten, das mir persönlich besonders am Herzen liegt und das für mich bereits jetzt ein wichtiger Teil von Familie und Elternsein ist: Regionalität.
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5komma5sinne/Harry Schiffer
Wer mich kennt, weiß, dass genau dieser Gedanke auch hinter 5komma5sinne steht. Denn unsere Kinder wachsen nicht nur mit Liebe, Geborgenheit und Werten auf. Sie wachsen auch mit dem auf, was wir ihnen täglich vorleben, mit unserem Umgang mit Lebensmitteln, mit der Natur und mit unserer Heimat. Vielleicht wirkt es für manche früh, aber ich beschäftige mich schon heute mit dem Thema Ernährung, obwohl unser Ben noch gar kein Brei-Kind ist. Denn auch diese Zeit wird kommen. Dabei stelle ich mir oft die Frage: Warum greifen wir so selbstverständlich zu Fertigprodukten, wenn wir viele Dinge auch ganz einfach selbst machen könnten? Frische Karotten vom Bauern, regionale Äpfel, Kartoffeln aus der Umgebung – Lebensmittel, die wir ohnehin für die ganze Familie kochen und gleichzeitig für unser Baby verwenden können. Regional, frisch und ohne lange Zutatenlisten. Natürlich wird es auch bei uns Tage geben, an denen ein Gläschen auf dem Tisch steht. Das gehört zum Alltag dazu. Diese Kolumne soll kein erhobener Zeigefinger sein und schon gar kein weiterer Perfektionsanspruch für Mamas. Denn genau darum geht es nicht. Es geht um Bewusstsein

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5komma5sinne/MotionAds
Bewusstsein dafür, wo unsere Lebensmittel herkommen. Bewusstsein für die Menschen, die sie produzieren. Bewusstsein für unsere Region und dafür, was wir mit kleinen Entscheidungen im Alltag bewirken können. Wenn wir regional einkaufen, stärken wir unsere Bauern, unsere Produzenten und unsere heimische Wirtschaft. Wir vermeiden unnötige Transportwege, fördern nachhaltiges Denken und zeigen unseren Kindern von Anfang an, dass Lebensmittel wertvoll sind. Und vielleicht schaffen wir damit sogar noch mehr. Vielleicht lernen unsere Kinder dadurch, achtsamer mit Ressourcen umzugehen. Vielleicht entwickeln sie ein anderes Verständnis für Qualität. Vielleicht lernen sie, dass nicht alles jederzeit verfügbar sein muss und dass unsere Heimat vieles bietet, worauf wir stolz sein können.
Die großen Veränderungen beginnen oft ganz klein. Vielleicht bei einer Karotte vom Bauernmarkt. Vielleicht bei einem Apfel aus der Region. Vielleicht bei einem selbst gekochten Brei. Niemand muss dafür perfekt sein. Niemand muss alles richtig machen. Aber wenn jeder von uns einen kleinen Beitrag leistet und unseren Kindern diese Werte mitgibt, können wir gemeinsam viel bewegen. Für unsere Familien. Für unsere Region. Und für die Zukunft unserer Kinder.
Wie seht ihr das? Kochen wir heute tatsächlich zu wenig selbst oder fehlt uns einfach die Zeit? Ist Regionalität eine Frage des Geldes, der Bequemlichkeit oder der Prioritäten? Welche Werte möchtet ihr euren Kindern mit auf den Weg geben? Ich freue mich auf eure Meinungen, Erfahrungen und Leserbriefe unter office@5komma5sinne.at. In meiner nächsten Kolumne und ausführlicher online auf www.5komma5sinne.at werde ich mich unter anderem mit dem Druck beschäftigen, den viele Mütter heute verspüren, und mit der Frage, warum wir eigentlich ständig glauben, perfekt sein zu müssen.



