
Kulinarium Steiermark: Drei Betriebe und eine große Liebe zur Hochsteiermark
Hotel Restaurant Krainer: Vier Hauben und ganz viel Herz für die Region
Unser erster Stopp führt uns nach Langenwang in der Hochsteiermark. Und zwar zu einem Betrieb, bei dem man eigentlich gar nicht so genau weiß, womit man anfangen soll. Mit den vier Gault&Millau-Hauben? Der unglaublich gut gefüllten Mehlspeisvitrine im angrenzenden Kaffeehaus? Oder doch mit den Menschen, die hier seit vielen Jahren dafür sorgen, dass man sich vom ersten Moment an willkommen fühlt? Wir entscheiden uns für alles. Denn genau das macht das Hotel Restaurant Krainer aus.
Ob klassische Wirtshausküche, Fine Dining auf höchstem Niveau oder einfach Kaffee und ein richtig gutes Stück Kuchen: Bei Familie Krainer kommt kulinarisch tatsächlich jeder auf seine Kosten. Und das alles unter einem Dach. Dass dabei auch die bodenständige Küche auf ganzer Linie überzeugt, durften wir selbst erleben. Das Hirschragout, das bei unserem Besuch auf den Tisch kam, war schlichtweg ein Gedicht. Herrlich aromatisch, voller Geschmack und der beste Beweis dafür, dass es manchmal gar nicht viel braucht, um kulinarisch richtig zu begeistern.
Wo Spitzenküche auf echte Herzlichkeit trifft
Dass die Küche von Andreas Krainer zu den besten der Steiermark zählt, ist längst kein Geheimnis. Erst vor wenigen Tagen wurde das Restaurant im neuen Gault&Millau-Guide erneut mit vier Hauben ausgezeichnet. Ziemlich beeindruckend. Aber wer Andreas und seine Familie kennt, weiß: Hier geht es um weit mehr als Auszeichnungen.
Denn das, was den Krainer für uns so besonders macht, sind nicht nur die Gerichte, die hier auf den Tellern landen. Es sind vor allem die Menschen dahinter. Andreas, seine Eltern, seine Lebensgefährtin Melanie und ein Team, in dem viele schon seit Jahren mit anpacken. Menschen, die diesen Betrieb gemeinsam tragen, weiterentwickeln und dabei eines nie aus den Augen verlieren: die Freude daran, Gastgeber zu sein.
Hier wird nicht einfach nur ausgezeichnet gekocht, hier wird Gastfreundschaft gelebt. Und das spürt man. Ganz egal, ob man zum mehrgängigen Menü kommt, mittags auf ein gutes Wirtshausgericht vorbeischaut oder sich im Kaffeehaus zwischen den vielen hausgemachten Mehlspeisen entscheiden muss. Wobei Letzteres tatsächlich eine ziemlich schwierige Angelegenheit sein kann. Und genau diese Mischung aus kulinarischer Qualität, gelebter Gastfreundschaft und echter Verbundenheit zur Region macht das Hotel Restaurant Krainer zu einem Kulinarium Steiermark Betrieb, wie wir ihn kennen und lieben.
Vier Hauben und ein Herz fürs Bodenständige
Regionalität und Saisonalität sind bei Andreas Krainer keine hübschen Begriffe für die Speisekarte, sie sind das Fundament seiner Küche. Ob Fisch, Wild, Paradeiser, Schwarzbeeren oder Topfen: Was hier verarbeitet wird, stammt nach Möglichkeit aus der unmittelbaren Umgebung. Von Menschen, die Andreas kennt, deren Arbeit er schätzt und mit denen er oft schon seit vielen Jahren zusammenarbeitet.
Seine Küchenphilosophie nennt sich „Wald & Heimat“. Und der Name ist ziemlich treffend. Denn die Wälder, Wiesen, Felder und Bauernhöfe rund um Langenwang liefern nicht nur die Zutaten, sondern auch jede Menge Inspiration. Andreas hat sein Handwerk unter anderem bei großen Namen der österreichischen Spitzengastronomie gelernt, bevor es ihn wieder zurück in seine Heimat verschlagen hat. Und genau dieses Wissen verbindet er heute mit den Produkten seiner Region. Das Ergebnis: Eine neue steirische Küche, die ihre Wurzeln kennt, aber trotzdem gerne einmal über den Tellerrand schaut.
Besonders spannend finden wir, dass die Zusammenarbeit mit den regionalen Produzenten hier weit über das Einkaufen von Lebensmitteln hinausgeht. Denn Andreas ist einer, der gerne ausprobiert. Der nachfragt, ob sich nicht vielleicht auch etwas ganz anderes anbauen ließe. Der gemeinsam mit den Bauern überlegt, welche Produkte man wiederentdecken oder neu etablieren könnte. Znd manchmal führt genau das dazu, dass heimische Produzenten neue Wege einschlagen, alte Sorten wieder interessant werden oder sogar vermeintlich exotische Zutaten plötzlich direkt in der Region wachsen. Warum etwas von weit her holen, wenn man vielleicht auch jemanden ums Eck dafür begeistern kann? Diese Zusammenarbeit hat in der Umgebung von Langenwang schon einiges bewegt. Und sie zeigt ziemlich eindrucksvoll, dass ein Spitzenrestaurant nicht nur selbst von regionalen Produkten profitieren kann, sondern auch den Menschen, die sie erzeugen, neue Möglichkeiten eröffnet.
Für uns ist das eine der schönsten Seiten von Kulinarium Steiermark: Wenn aus guter Küche echte Partnerschaften entstehen und am Ende eine ganze Region davon profitiert.
So gut schmeckt’s, wenn eine ganze Region mitkocht
Dass Andreas Krainer und sein Restaurant weit über die Grenzen der Steiermark hinaus bekannt sind, überrascht uns nicht. Vier Hauben, eine unverwechselbare Küchenhandschrift und jede Menge kulinarische Kreativität sprechen schließlich für sich.Was uns aber mindestens genauso beeindruckt, ist die Wertschätzung, die dieser Betrieb seiner Heimat entgegenbringt. Hier geht es nicht darum, möglichst außergewöhnliche Zutaten aus aller Welt auf den Teller zu bringen. Sondern darum, aus dem, was die Heimat hergibt, etwas Außergewöhnliches zu machen.
Genau deshalb passt das Hotel Restaurant Krainer so wunderbar zu Kulinarium Steiermark: Weil hier nicht nur auf höchstem Niveau gekocht wird, sondern weil Regionalität, Zusammenhalt und echte Gastfreundschaft jeden Tag aufs Neue gelebt werden.
Der Lurgbauer: Wo Landwirtschaft auf große Kochkunst trifft
Von Langenwang geht’s für uns weiter zum nächsten Kulinarium Steiermark Betrieb ins wunderschöne Mariazellerland, genauer gesagt nach St. Sebastian. Und wer glaubt, dass man ein ausgezeichnetes Restaurant immer gleich an der Hauptstraße findet, war offensichtlich noch nie beim Lurgbauer. Denn hier führt uns der Weg erst einmal über eine Schotterstraße, hinein in ein wunderschönes, ruhiges Seitental. Rundherum Wiesen, Wälder und ziemlich viel Natur. Und mittendrin ein Betrieb, bei dem Landwirtschaft und Spitzengastronomie so eng miteinander verbunden sind, wie wir es selten erlebt haben.
Restaurant, Landwirtschaft und Wohnen – so beschreibt sich der Lurgbauer selbst. Und besser könnte man das, was Max Leodolter hier gemeinsam mit seiner Familie geschaffen hat, eigentlich nicht zusammenfassen. Max ist übrigens einer dieser Menschen, bei denen man ziemlich schnell merkt: Der weiß genau, was er tut. Und vor allem auch, warum er es tut. Sympathisch, bodenständig und mit einer ganz klaren Vorstellung davon, was gute Küche für ihn bedeutet. Drei Gault&Millau-Hauben hat er sich damit längst erkocht und wer einmal hier gegessen hat, versteht ziemlich schnell, warum.
Ohne Kuh kein Lurgbauer
Beim Lurgbauer dreht sich ziemlich viel ums Rind. Genauer gesagt um die eigene Aberdeen-Angus-Herde, die Max gemeinsam mit seinem Bruder züchtet und die auf den Wiesen rund um den Hof lebt. Die Tiere sind das Herzstück des Betriebs und liefern jenes Fleisch, das Max in seiner Küche möglichst vollständig verarbeitet. Vom Kopf bis zur Schwanzspitze, versteht sich. Ob geschmorte Rinderbackerl, kräftige Rindsuppe oder ein richtig gutes Stück vom Angus-Rind: Hier zeigt sich, wie vielfältig Rindfleischküche sein kann, wenn man sein Produkt kennt und wertschätzt.
Gerade einmal 16 Gäste finden im Restaurant Platz. Und während man ein ausgezeichnetes Stück Rindfleisch genießt, blickt man durch die großen Fenster direkt auf die friedlich grasende Angus-Herde. Für manche vielleicht ein bissl gewöhnungsbedürftig, für uns aber ein wunderbares Beispiel dafür, wie transparent und ehrlich Regionalität sein kann. Man weiß nicht nur ganz genau, woher das Fleisch kommt, sondern versteht auch, warum es so gut schmeckt.
Aber natürlich hat das Mariazellerland noch viel mehr zu bieten als ausgezeichnetes Rindfleisch. Gemüse und Kräuter wachsen teilweise in den eigenen Beeten, weitere Zutaten kommen von kleinen Produzenten aus der Umgebung. Und manchmal reicht schon ein Griff zum Apfelbaum direkt beim Haus, um die Inspiration für das nächste Gericht zu finden. Bei unserem Besuch durften wir auch erleben, wie wunderbar sich diese heimischen Aromen mit Fisch aus der Region kombinieren lassen.
Was uns an Max‘ Küche besonders gefällt? Hier geht es nicht darum, möglichst ausgefallene Zutaten auf den Teller zu bringen, sondern aus dem, was die Natur gerade hergibt, etwas richtig Gutes zu machen. Und das gelingt ihm beeindruckend gut!
Drei Hauben, ein Grüner Stern und ziemlich klare Vorstellungen
Dass diese Philosophie aufgeht, zeigen nicht nur die drei Gault&Millau-Hauben, sondern auch der Grüne Michelin-Stern, mit dem besonders nachhaltig arbeitende Restaurants ausgezeichnet werden. Und der passt zum Lurgbauer wie die Faust aufs Auge. Denn Nachhaltigkeit ist Teil des gesamten Betriebs – von der eigenen Landwirtschaft über die Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten bis hin zum bewussten Umgang mit Lebensmitteln.
Dass Max auch aus vermeintlich einfachen Gerichten etwas ganz Besonderes zaubern kann, beweist er spätestens beim Dessert. Bestes Beispiel: eine Nusspalatschinke mit herrlich cremigem, hausgemachtem Eis. Klingt erst einmal ziemlich unspektakulär. Ist es aber ganz und gar nicht. Denn manchmal braucht es gar keine ausgefallenen Kreationen, um kulinarisch zu begeistern. Sondern einfach richtig gute Zutaten, handwerkliches Können und jede Menge Liebe zum Detail. Und genau darin liegt für uns die große Kunst des Kochens. Es geht um ehrliche Produkte, großartigen Geschmack und einen Gastgeber, der mit voller Überzeugung hinter dem steht, was er tut.
Ein Besuch beim Lurgbauer ist deshalb nicht nur kulinarisch ein echtes Erlebnis, sondern auf eine ganz besondere Art auch erfüllend. Weil man hier nicht einfach nur ausgezeichnet isst, sondern mit dem Gefühl nach Hause fährt, dass wirklich alles zusammenpasst. Und genau das macht den Lurgbauer zu einem wunderbaren Beispiel für Kulinarium Steiermark: Hier wird Regionalität nicht nur versprochen, sondern vom Stall bis auf den Teller gelebt.
Gasthof zur Post Riegler: Eine Wirtshauswelt mitten in Bruck an der Mur
Bruck an der Mur ist eine dieser Städte, die uns immer wieder aufs Neue überraschen. Mit ihren schönen Gassen, den geschichtsträchtigen Häusern und der Mur, unserer steirischen Lebensader, die sich mitten durch die Stadt schlängelt. Und dann gibt es da noch diese kleinen Geheimtipps, an denen man vielleicht schon zigmal vorbeigegangen ist, ohne zu ahnen, was sich dahinter verbirgt.
Der Gasthof zur Pist Riegler ist genau so einer. Und wenn irgendwo „Gasthof zur Post“ draufsteht, werden wir ohnehin hellhörig. Denn eines haben wir über die Jahre gelernt: Hinter solchen Namen stecken oft Häuser mit richtig viel Geschichte, gelebter Tradition und einer Gastlichkeit, die schon Generationen verbindet. So auch hier, mitten in Bruck an der Mur. Von außen eher unscheinbar, mit einer schönen Fassade, die noch nicht allzu viel verrät. Doch kaum öffnet man die Tür, steht man plötzlich in einer ganz eigenen Wirtshauswelt.
Geschichtsträchtige Räumlichkeiten treffen auf moderne Akzente, gemütliche Stuben laden zum Verweilen ein und mittendrin stehen zwei Gastgeber, die einem mit einem herzlichen Lächeln entgegenkommen: Beate und Hannes. Die beiden kümmern sich persönlich um ihre Gäste und schaffen es, dass man sich vom ersten Moment an willkommen fühlt.
Auch die Räumlichkeiten haben uns auf Anhieb begeistert. Allen voran die wunderschöne, gemütliche Stube, in der man am liebsten gleich Platz nehmen möchte. Dazu ein lichtdurchfluteter Wintergarten und, sobald es die Temperaturen zulassen, eine richtig großzügige Terrasse mit herrlichem Blick auf die Mur. Ein Platzerl, an dem gutes Essen, steirische Gastfreundschaft und eine wunderbare Kulisse zusammenkommen. Ob gemütliches Mittagsmenü, ein Abendessen mit Freunden oder eine größere Familienfeier – hier findet sich für jeden Anlass der passende Rahmen.
Bodenständig, herzlich und trotzdem offen für Neues. Genau so stellen wir uns einen richtig guten Kulinarium Steiermark Betrieb vor.
So schmeckt die Steiermark - und zwar zu jeder Jahreszeit.
Und kulinarisch? Da macht der Gasthof Riegler dem Kulinarium Steiermark wirklich alle Ehre. Hier wird mit viel Liebe zur Region gekocht, mit einem feinen Gespür für die Jahreszeiten und einer schönen Mischung aus traditionellen Wirtshausklassikern und kreativen Ideen. Was uns besonders gefällt: Auch die vegetarische Küche bekommt hier richtig viel Aufmerksamkeit. Und zwar nicht als nette Alternative, sondern als eigenständiger Genuss.
Da wäre zum Beispiel ein Kürbiscarpaccio mit steirischer Feige und Schafskäse-Camembert. Oder ein cremiges Kürbisrisotto mit Rucola aus dem eigenen Hochbeet. Und wer danach noch Platz für etwas Süßes hat, sollte sich ein Kürbiskernparfait mit Zwetschkenröster nicht entgehen lassen.
Drei Gerichte, die wunderbar zeigen, wie vielseitig unsere steirischen Produkte sein können. Und wie viel man aus vermeintlich einfachen Zutaten herausholen kann, wenn man sie mit ein bissl Kreativität kombiniert. Natürlich hat der Kürbis gerade im Herbst seinen großen Auftritt. Aber auch im Frühling, Sommer und Winter richtet sich die Küche nach dem, was die jeweilige Saison zu bieten hat. Es lohnt sich also durchaus, öfter vorbeizuschauen.
Und keine Sorge: Wer bei einem Wirtshausbesuch lieber auf die Klassiker setzt, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Zwiebelrostbraten, Schnitzel und Cordon bleu haben hier genauso ihren fixen Platz.
Viel Geschichte und Gastgeber, die sie weiterschreiben.
Dass hinter den Mauern des Restaurant Riegler jede Menge Geschichte steckt, überrascht uns nach unserem Rundgang eigentlich nicht mehr. Schon im Jahr 1638 wurde das Haus als Gasthof genutzt, seit 1986 ist es in den Händen der Familie Riegler. Und genau diese Geschichte wird hier nicht einfach nur bewahrt, sondern jeden Tag ein Stück weitergeschrieben.
Beate und Hannes sind Gastgeber, denen man die Verbundenheit zu ihrem Haus, ihren Gästen und ihrer steirischen Heimat wirklich anmerkt. Das hört man, wenn sie erzählen. Das sieht man in den liebevoll gestalteten Räumlichkeiten und spätestens beim Essen schmeckt man es auch.
Der Gasthof Riegler ist einer dieser Orte, die zeigen, warum wir so gerne durch die Steiermark reisen und ihre kulinarischen Adressen entdecken. Weil es hier nicht darum geht, möglichst ausgefallen zu sein. Sondern darum, aus guten regionalen Produkten, gelebter Tradition und neuen Ideen etwas Besonderes zu machen. Und genau dafür steht Kulinarium Steiermark: für Betriebe, die ihre Heimat lieben, ihre Gäste wertschätzen und zeigen, wie unglaublich gut unsere Steiermark schmeckt.




