Entkommen ins Paradies

Der Frühling ist die perfekte Zeit, um den Wandel der Natur zu genießen und einen persönlichen Rückzugsort zu schaffen. Mit den einzigartigen Tipps von Biogärtnerin Angelika Ertl kann der Garten zu einem Ort des Entkommens und der wohltuenden Oase werden.

Entkommen ins Paradies

Der Frühling ist die perfekte Zeit, um den Wandel der Natur zu genießen und einen persönlichen Rückzugsort zu schaffen. Mit den einzigartigen Tipps von Biogärtnerin Angelika Ertl kann der Garten zu einem Ort des Entkommens und der wohltuenden Oase werden.

Welche Schritte empfiehlst du HobbygärtnerN, die ihren Garten im Frühling vorbereiten möchten?

Als Allererstes gilt es, zu überlegen: Was kann der Garten heuer für mich tun und was kann ich dafür im Vorfeld für ihn tun? Lange lag der Fokus gerne auf der Biodiversität, seit ein paar Jahren geht der Trend total in Richtung Selbstversorgung. Dabei spielt auch der Gesundheitsaspekt des Gartens eine ganz große Rolle. Ein Garten ist für viele nicht mehr nur ein Ort der Schönheit, sondern wird auch zu einem vitalen Zentrum für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Das werden wir im April wieder gut erkennen, wenn unser Jungpflanzenmarkt über die Bühne geht und die Obstgehölze, Kräuter und Gemüsepflanzen weggehen wie die warmen Semmeln. 

Wenn es dann ums Anpacken geht, stehen Aufräumarbeiten, wie das restliche Laub zu entfernen oder die Beete sauber zu machen, auf dem Programm. Auch die ersten Jätarbeiten in den Blütenbeeten können jetzt im Frühjahr erfolgen. Das ist mir persönlich besonders wichtig, damit die ersten Tulpen oder Erdbeeren nicht daran gehindert werden, wieder in voller Pracht zu gedeihen.

Aber auch dem Komposthaufen darf man schon wieder Beachtung schenken und die Erde von den untersten Schichten auf die Beete streuen. Dabei gilt übrigens: Je mehr Tierchen, desto besser! Asseln, Käfer, Regenwürmer – dieser lebendige Erdreichtum ist der beste Dünger für die Beete. Man wird regelrecht staunen, wie der Garten dadurch aufblüht und sich zu einem wahren Paradies verwandelt.

Welche pflanzen sind besonders gut dafür geeignet, sie jetzt im Frühjahr anzubauen?

Allgemein gesagt können ab Mitte März bereits viele Gemüsesorten wie Radieschen, Kohl, Kohlrabi, Spinat, Karotten, Salat und Erbsen gesät werden. Die ersten Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie zu säen, ist jetzt im Frühjahr auch sehr empfehlenswert. Es ist aber auch die beste Zeit, um Ribisel, Erdbeeren oder Himbeeren als Zutat für die Müslischüssel oder als Naschzeile für die Kinder zu pflanzen. Der Boden ist noch feucht genug und die Pflanzen können gut einwurzeln – das Um und Auf für einen herrlichen Naschgarten. 
 

CORPORATE & INDUSTRIAL, PORTRAIT AND LANDSCAPE PRINTS. AUSTRIA

Eisheilige: Ernste Gefahr für den Garten – oder unproblematische Bauernregel?

Diese Bauernregel zu beherzigen, kann beim Anbau bestimmter Gemüsesorten wie Tomaten, Zucchini oder Melanzani definitiv nicht schaden. Wer es vorher wagt, sollte schon bei der Auswahl der Jung­pflanzen auf ihre Widerstandsfähigkeit achten. Diese erkennt man ganz gut an der Farbe der Pflanzen. Sind sie aus dem Saatgut von selbst gewachsen, verfügen sie über ein sattes Grün und sind auch dementsprechend kräftig und gesund? Eine hellgrüne Farbe deutet oft darauf hin, dass die Jungpflanzen hochgepuscht wurden und somit nicht sehr widerstandsfähig und eher schwach sind.

Auch sollte man den Wetterbericht im Blick behalten und die Topfpflanzen bei Frost wieder ins Haus holen oder mit einem Vlies über Nacht warm einpacken. Früher hätte man niemals, wirklich niemals, vor der Kalten Sophie die Pflanzen aus dem Keller geholt, die man dort zum Überwintern hatte. Wärmeliebende Pflanzen erst nach den Eisheiligen zu setzen, verspricht meiner Erfahrung nach eine super Ernte.
 

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Welche Herausforderungen können im Frühling beim Gärtnern auftreten und wie kann man diese bewältigen?

Die Herausforderung ist definitiv, Geduld zu üben. Das Gärtnern ist lebenslanges Lernen. Wenn mal eine Schneckenplage kommt oder ein Würmchen die Jungpflanze verspeist – nicht aufgeben! Es gibt für alles hervorragende und auch sehr naturnahe Lösungen. Ist genügend Platz und auch ein kleiner Zugang zu Wasser gegeben, sind Laufenten die optimale Lösung bei Schneckenproblemen. Noch dazu sind sie super lieb anzusehen. Schnecken haben grundsätzlich sehr wenig natürliche Feinde. Die wenigen, die sie haben, sperren wir aus den Gärten aus oder wir nehmen ihnen ihre Lebensräume. Viele Menschen haben keinen einzigen Laubhaufen mehr im Garten, weil sie alles so penibel aufräumen. Das führt dazu, dass sich kein Igel in den Garten verirrt und die Schnecken frisst. Ein Naturgarten mit ein paar „wilden Ecken“ hat also schon seinen Sinn und bietet nicht nur den Tieren, sondern auch dem Gärtner einen schönen Mehrwert. 
 

Welche Freuden und Belohnungen Bringt ein Garten im Frühling?

Das Riesengeschenk ist die Natur per se. Im Garten und vor allem im Frühling bist du permanent mit der Natur in Kontakt und in Berührung. Dabei erdest du dich, nährst deine Gesundheit und hältst den Körper flexibel. Durchatmen, nach innen schauen, frische Luft, Farbe und Sonne tanken – das alles können dir die Natur und dein Garten geben. Es sind regelrecht magische Momente, wenn man die ersten zarten Triebe entdeckt und das Grün langsam wieder die Welt um einen herum erobert.

Der Frühling ist eine Zeit des Neubeginns. Welche Besonderen Gefühle weckt er in dir als Gärtnerin?

Der Frühling berührt mich innerlich total. Er ist ein Wunder. Das Gefühl, beim Gärtnern Teil dieses Kreislaufs des Lebens zu sein, ist unbeschreiblich und sehr erfüllend. Gärtnern im Frühling bedeutet nicht nur, Pflanzen zu pflegen, sondern auch, Teil eines größeren Wunders zu sein, das uns mit Demut und Dankbarkeit erfüllt. 

Mehr Gartentipps und Infos findet man auf
www.angelikaertl.at