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Wenn Frauen vor(sorgen): FRiDA-Netzwerktreffen
Verantwortung, Vorsorge, Veränderung. Drei Worte, die beim jüngsten FRiDA-Netzwerktreffen in Graz mehr waren als Schlagworte: sie waren gelebte Haltung und damit ganz im Zeichen von #frausorgtvor. Mehr als 90 Frauen aus sechs Bundesländern folgten der Einladung der Wiener Städtischen in ihre Landesdirektion in Graz, um sich über finanzielle Eigenständigkeit, Unternehmertum und die Kunst, sich in einer Männerdomäne zu behaupten, auszutauschen immer mit dem gemeinsamen Ziel: Frauen zu ermutigen, ihre Zukunft aktiv selbst abzusichern.
FRiDAs sind Frauen, die sich gegenseitig bestärken und inspirieren
FRIDA – das ist das firmeninterne Frauennetzwerk der Wiener Städtischen Versicherung. Eine Community, die inzwischen rund 500 Mitglieder zählt und quer durch alle Bundesländer verbindet. Frauen, die sich gegenseitig fördern, inspirieren und bestärken: bei Themen wie Karriere, Familie, Gleichstellung und finanzieller Vorsorge. Unter dem Hashtag #frausorgtvor wird sichtbar, was Frauen längst leisten – und selbst in die Hand nehmen können.
Ehrliche Mutmacherinnen auf der Bühne
Das Podium bei diesem FRiDA-Netzwerktreffen war mit vier steirischen Unternehmerinnen aus verschiedensten Bereichen hochkarätig besetzt und die Role Models zeigten sich bemerkenswert ehrlich.
Katharina Tinnacher, Winzerin aus Gamlitz (Weingut Lackner Tinnacher), sprach über die Verantwortung im Weinbau und den langen Atem, den es braucht, um in einer männerdominierten Branche ernst genommen zu werden. „Am Anfang dachten viele, ich mache nur das Marketing“, erzählte sie. Anerkennung kam erst mit den Jahren, durch konsequente, sichtbare Arbeit im Weingarten und im Keller.
Julia Fandler, die nach dem frühen Tod ihres Vaters die traditionsreiche Ölmühle Fandler im Naturpark Pöllauer Tal übernahm, berichtete vom plötzlichen Rollenwechsel: „Von einem Tag auf den anderen war ich Ölmüllerin.“ Ihre Großmutter – zierlich, aber stark – wurde ihr zum Vorbild. Dennoch setzt Fandler klare Grenzen: Das Arbeitspensum „von fünf bis 23 Uhr“ wollte sie nicht übernehmen. Ihre Haltung zur Vorsorge ist klar: „Früh anfangen, eigenverantwortlich handeln.“
Sabrina Konrad, Gründerin des 5komma5sinne Media Haus in Gleisdorf, brachte eine Prise Humor und Selbstreflexion in die Runde. Früher schüchtern, wurde sie „Miss Styria“, weil eine Freundin sie heimlich anmeldete. Heute gibt sie selbstbewusst die Richtung vor – als Unternehmerin zwischen Kamera, Kreativwirtschaft und Kommunikation. Ihre Botschaft: „Unabhängigkeit entsteht aus Mut, Wissen und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.“
Eveline Wild, vielfach ausgezeichnete Patissière und Hotelierin (Der WILDe EDER in St. Kathrein am Offenegg), sprach über den bewussten Umgang mit Geld – und mit Qualität. „Ich bin ein Qualitätsjunkie“, sagte sie lachend, „bei gutem Essen wie bei Kleidung.“ Ihr Plädoyer: bewusst konsumieren, klug vorsorgen – damit Qualität auch in der Pension möglich bleibt. „Finanzielle Eigenständigkeit heißt, sich einen gewissen Lebensstandard selbst leisten zu können – ohne abhängig zu sein.“
Vorsorge ist Gegenwart, nicht Zukunft
Ein Satz am Podium, der bei den Teilnehmerinnen bis weit über das Treffen nachhallte: „Wenn wir einmal in Pension gehen, wird das staatliche Pensionssystem ein anderes sein als das unserer Eltern und ein gewisser Lebensstil geht sich vielleicht nicht mehr aus.“ Ein Gedanke, der nicht ängstigt, sondern aufrüttelt. Denn finanzielle Vorsorge ist keine ferne Zukunftsaufgabe, sondern gelebte Selbstbestimmung im Hier und Jetzt.
Beim anschließenden Get-together wurde genetzwerkt, gelacht, probiert und diskutiert unter anderem bei Produkten der Speakerinnen selbst. Eine Schnitzeljagd durch die Grazer Innenstadt brachte die Teilnehmerinnen schließlich noch einmal spielerisch zusammen – Begegnungen auf Augenhöhe inklusive.
Sichtbarkeit, Solidarität und Substanz
Das von Renate Resch geplante und organisierte FRiDA-Netzwerktreffen in Graz zeigte eindrucksvoll, wofür dieses Netzwerk steht: Sichtbarkeit, Solidarität und Substanz. Frauen, die Verantwortung übernehmen, Grenzen ziehen und füreinander einstehen, nicht nur im Job, sondern auch, wenn es um finanzielle und persönliche Unabhängigkeit geht, und diese Haltung selbstbewusst nach außen tragen.
Oder, wie man beim FRiDA-Netzwerktreffen in Graz spürte:
„Frau sorgt vor – und zwar mit Haltung.“



