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Aus der Steiermark in die Fußballwelt
Angefangen hat alles im kleinen Fernitz, einem Vorort südlich von Graz. Wann hast du dir zum ersten Mal die Fußballschuhe angezogen?
Wie auch viele andere Mädchen bin ich über meinen älteren Bruder zum Fußball gekommen. Egal ob mit ihm beim Training, im Garten oder mit Freunden in der Schule – wenn es um Fußball ging, war ich immer mit voller Begeisterung dabei. So bin ich damals mit 5 Jahren zum SV Fernitz gekommen.
Was fasziniert dich so am Fußball?
Der Kampf um den Ball mit den Jungs und Älteren hat mir schon immer gefallen. Aber auch neben dem Platz mochte ich vor allem das Kämpferische, die Challenge, sich beweisen zu müssen. Ich wollte immer mit Älteren spielen, um besser zu werden und mich durchzusetzen.
Dass du Talent hast, steht außer Frage: Mit 14 Jahren wurde der SK Sturm Graz auf dich aufmerksam, drei Jahre später warst du dort schon Kapitänin. Was war das für ein Gefühl, mit 17 Jahren bereits die Mannschaft aufs Feld zu führen?
Ich habe darüber gar nicht so viel nachgedacht. Unsere damalige Kapitänin hat sich verletzt und ich sollte die Kapitänsbinde übernehmen, da hab‘ ich sofort zugesagt. Ich habe schon immer gerne Verantwortung übernommen und wir hatten zu diesem Zeitpunkt sowieso ein sehr junges Team, daher war es eher ein bereits bekanntes Gefühl für mich. Und ich habe mich sehr wohl darin gefühlt, die Mannschaft zu führen.
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Paul Gruber
Inzwischen bist du über die TSG Hoffenheim in Köln gelandet. Ein sehr mutiger Schritt, damals mit 19 Jahren ins Ausland zu wechseln. Wie kam es zu der Entscheidung, die grüne Mark zu verlassen?
Da ich schon immer für das Nationalteam spielen wollte und ein Wechsel ins Ausland ein großer Schritt in Richtung dieses Traums ist, war das für mich recht schnell klar, dass ich diese Chance nutzen möchte – auch wenn sich daraus ein echtes Abenteuer entwickelt hat.
Abenteuer?
Leider habe ich mich ein paar Monate vor meinem Wechsel verletzt und hatte dann mit Knieproblemen zu kämpfen. Obwohl alles ein wenig unsicher und mit viel Risiko verbunden war, habe ich für die TSG Hoffenheim unterschrieben. Die Herausforderung, alleine mit 19 Jahren in einer fremden Stadt zu leben, war schon groß. Aber inzwischen ist Gott sei Dank alles gut und ich bin froh, diesen Schritt damals gemacht zu haben.
Leider hat es mit der Qualifikation zur WM 2023 nicht gereicht, aber Niederlagen gehören natürlich dazu. Was hilft dir, um Niederlagen wie diese zu verdauen?
Natürlich braucht man ein wenig Zeit um Niederlagen oder schlechte Leistungen zu verdauen. Aber ich glaube, dass dieser Ehrgeiz und dieses „Hadern“ mir dabei hilft, mich zu verbessern. Mit meinem Papa telefoniere ich nach fast jedem Spiel und rede mit ihm über die Leistung. Man muss aber auch versuchen, bei solchen Spielen das Positive hervorzuheben und das ins nächste Spiel mitzunehmen.
Welches Ziel möchtest du noch erreichen?
Sportlich habe ich eigentlich nur kurzfristige Ziele, ich schaue von Spiel zu Spiel und will einfach eine gute Leistung bringen. Mir ist viel wichtiger, dass ich mich wohlfühle. Ich habe nichts davon, zum Beispiel beim FC Barcelona unter Vertrag zu sein, aber keine Minute zu spielen. Ich sammle also lieber kleine Erfolge von Spiel zu Spiel und freue mich über gute Leistungen.
Ist eine Rückkehr in die schöne Heimat ein Thema?
Auf jeden Fall, ich bin ja eigentlich nur wegen dem Fußball in Deutschland. Aber sollte sich privat nichts ändern werde ich auf alle Fälle wieder nach Österreich zurückkommen, da hier meine Familie und Freunde sind und ich mich generell sehr wohl in der Heimat fühle. Ich könnte mir vorstellen, nach meiner aktiven Karriere viel zu reisen, aber leben möchte ich dann schon wieder in der Steiermark.
Abschließend: Dein bisher schönster Moment?
Auf jeden Fall der Einzug ins EM-Viertelfinale. Das gemeinsame Jubeln mit der Mannschaft über diesen großen Erfolg werde ich noch lange in Erinnerung behalten.




