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Bio-Imkerei Gruber
Echte Liebe zwischen Mensch und Biene
Die Steiermark summt. Zwischen Apfelblüten, Löwenzahnwiesen und den ersten warmen Sonnenstrahlen erhebt sich eine vibrierende Sinfonie in Grün-Weiß, wenn im Frühling die ersten fleißigen Bienchen ihren Stock verlassen und auf Nahrungssuche gehen. Dabei spielen die Kundschafterbienen eine wichtige Rolle: „Sie geben dem Volk Bescheid, sobald die Witterungsbedingungen passen“, weiß Andreas Gruber von der gleichnamigen Bio-Imkerei in Gratwein-Straßengel. Seine flauschigen Insekten finden ihre Blüten in einem Umkreis von drei Kilometern – eine gewaltige Strecke für die kleinen Tiere.
Eine Liebe, so alt wie die Menschheit selbst
Biene und Mensch verbindet seit Jahrtausenden eine innige Liebesgeschichte – schon in den Cuevas de la Araña nahe Valencia findet sich eine 8.000 Jahre alte Höhlenmalerei, die einen von Bienen umschwärmten Honigjäger zeigt. Im alten Ägypten galt die Biene als heilig, Honig war auch eine populäre Grabbeigabe. Und in der Steiermark? Da finden sich die ersten Zeugnisse der Bienenhaltung im frühen Mittelalter; Klöster betrieben systematisch Imkerei. Honig war lange Zeit das einzige Süßungsmittel und so kostbar wie ein Schatz. Auch Andreas Gruber liebt seine Bienen: „Am meisten begeistert mich ihr unbändiger Fleiß. Eine Biene gibt bis zum letzten Atemzug alles für den Fortbestand des Volks und das Überleben der Königin.“
Wofür wir die Biene brauchen
Heute wissen wir: Die Biene schenkt uns weit mehr als Honig. Rund 80 Prozent der steirischen Wild- und Nutzpflanzen sind auf Bestäubung angewiesen. Kurzum: Ohne die fleißigen Insekten würde es auf unseren Tellern relativ mager ausschauen. Vielfalt, stabile Ökosysteme und blühende Landschaften: ohne die Biene undenkbar.
Und braucht die Biene uns?
Eine gute Frage, die wir gleich an den Fachmann weitergeben: „Die Bienen, die wir Imker in den Stöcken halten, brauchen den Menschen“, erklärt er uns. Warum? „Wir sorgen dafür, dass es dem Volk gut geht, und gehen auch gegen Schädlinge wie die Varroamilbe vor. Ohne uns würde das Bienenvolk nicht lange überleben, schon gar nicht in der Wildnis, wenn es ausschwärmt.“ Im Gegensatz zu früher ist die in der Steiermark übliche Bienenrasse Carnica längst kein wildes Tier mehr. Über Jahrhunderte hat der Mensch sie begleitet, gezüchtet, geschützt. Anders sieht es da mit verschiedenen Wildbienenarten aus: „Die leben prinzipiell unabhängig vom Menschen.“

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Bio-Imkerei Gruber
Ein echtes Superfood
Honig ist nicht nur ein guter, natürlicher Energielieferant (100 Gramm haben circa 300 Kalorien), auch sonst steckt in ihm jede Menge Power. Hochwertige Sorten können bis zu 245 Inhaltsstoffe aufweisen. Ein ziemlich komplexes Nahrungsmittel, das uns umfassend mit Aminosäuren, Enzymen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen versorgt. Das Spannende am Honig: Keiner gleicht dem anderen. Abhängig von Sorte und Herkunft variiert nämlich die Zusammensetzung. „Aufgrund des Geschmacks kann man auf die Pflanzen und Wälder in der Umgebung des Stockes schließen“, erklärt uns Andreas Gruber, der mit seinen Stöcken gezielt in verschiedene Gebiete fährt. Das Ergebnis: ein breites Honigspektrum vom Akazien- über den Blüten- bis hin zum Wald- und Kastanienhonig. Was der Experte am Honig neben dem vielfältigen Geschmack noch faszinierend findet? „Die Haltbarkeit. Honig ist viele Jahre haltbar, verändert vielleicht seine Konsistenz mit der Zeit, da er auskristallisiert, ist aber bei entsprechender Lagerung noch immer in Ordnung.“
Honig: Flüssiges Gold als Medizin
Honig wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und beruhigend. Ein Löffel Honig in warmem Wasser in der Früh kann den Stoffwechsel anregen (wir erinnern uns an „Switchel“, das Trendgetränk aus Wasser, Ingwer, Apfelessig und Honig). Bei Halsschmerzen legt er sich wie ein schützender Film über die Schleimhäute. Er beruhigt bei Reizhusten. Studien belegen, dass Honig oft ebenso gut oder manchmal sogar besser als herkömmlicher Hustensaft wirkt. Überhaupt wird er in der Volksmedizin eingesetzt, um das Immunsystem zu stärken – vor allem in der Übergangszeit zwischen Winter und Frühling. Natürlich, Medikament ist Honig keines. Aber ein Naturprodukt mit vielen positiven Effekten auf unsere Gesundheit.
Propolis, Gelée Royale & Co.
Doch Honig ist nur ein Teil der Geschichte. Bienen produzieren eine ganze Schatzkammer weiterer Kostbarkeiten. Etwa Propolis, auch als Bienenharz bekannt, das sie unter anderem aus Baumknospen sammeln und weiterveredeln. Die Insekten verwenden es als natürliches Desinfektionsmittel – und genau das haben wir uns von ihnen abgeschaut: In Tinkturen, Salben oder Lutschpastillen wirkt Propolis auch bei uns antibakteriell, antiviral und entzündungs- hemmend. „Viele meiner Kunden schwören auf den präventiven Einsatz von Propolistropfen in der Erkältungszeit“, weiß Andreas Gruber. Was wir noch schätzen: das Gelée royale, den stärken- den Futtersaft der Bienenkönigin. Das „königliche Gelee“ ist ein wahres Kraftpaket an Proteinen, Vitaminen und Spurenelementen und ein beliebter
Zusatz in Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika. Und die Blütenpollen? Die mögen wir wegen ihres hohen Gehalts an Eiweiß, Aminosäuren und Antioxidantien. Zu guter Letzt zählt noch das Bienenwachs zu den wertvollen Gaben des Bienenstocks. Das Baumaterial für Waben kommt in Kerzen, Naturkosmetik oder in Form von Bienenwachstüchern als nachhaltige Alternative zu Plastikverpackungen zum Einsatz. Und: Mit Bienenwachs lassen sich sogar Möbel einölen.
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Bio-Imkerei Gruber
Wenn es im Frühling also in der Steiermark zu summen beginnt, zeigt uns die Biene, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind. Dass alles zusammengehört und sich wechselseitig beeinflusst. Und dass manche Liebesgeschichten nicht laut sein müssen. Ein Summen genügt.
