Tankstelle Orell: „Wir sind Nahversorger mit persönlicher Nähe“

Anzeige

Das echte Leben im Regal, Energie für Menschen & Motoren – und stets Zeit für Toast & Trost: Tankstellen wie Shell Orell sind seit Generationen Orte der Begegnung. Antonia Orell (27) hat die Welt bereist und ist nach Heimschuh heimgekehrt. Denn so eine Tankstelle, mit der sie große Pläne hat, ist ja auch eine kleine Welt der Nahversorgung.

In der Welt der Tankstellen gibt es die Puristischen mit Zapfsäulen, Automat und Dach. Und es gibt Tankstellen, die sind eine kleine Welt für sich. So wie die Shell-Tankstelle Orell in Heimschuh. Hier treffen nicht nur das halbe Sulmtal, Sausal und Saggautal aufeinander, sondern auch Lottozettel und Leberkässemmerl, Postpaket und Plauderei. Man kommt wegen Benzin – und fährt mit Kaffee, einem frischen Blumenstrauß oder einem kurzen „Wie geht’s daheim?“ weiter.

Antonia Orell: "Sind da, um Menschen Lösungen im Alltag anzubieten"

Seit 1962 versorgt die Familie Orell nicht nur Autos und Menschen mit Energie, sondern einen ganzen Ort mit Nähe. Oder wie Unternehmerin Antonia Orell sagt: „Wir sind ein Nahversorger mit persönlicher Nähe. Ich sage zu unseren Kunden immer: ‚Sagt mir, was ihr haben wollt – und eine Woche später ist es im Regal.‘“ Manchmal muss es noch schneller gehen, von spontan zubereiteten Brötchen für Überraschungs-Gäste bis zu Last-Minute-Geschenken für die Liebsten. „Wir sind da, um den Menschen Lösungen im Alltag anzubieten“, sagt die 27-Jährige.

Trauer neben Liebe, Alltag neben Ausnahmezustand

Begonnen hat alles gegenüber – im alten Gasthaus von Antonia Orells Großeltern. Dem Opa ist aus den USA zu Ohren gekommen, dass „zu jedem Haus einmal ein Auto gehören“ werde. Er rechnete hierzulande eher mit Mopeds. Doch dann kam der Wirtschaftsaufschwung. Damals läutete bei jedem Tankgast eine Glocke im Gasthaus gegenüber. „Beim Mittagessen ist der Opa im Schnitt dreimal aufgesprungen“, erinnert sich Antonias Mutter Astrid Orell, die die Shell-Tankstelle jahrzehntelang geführt hat – und grinsend erklärt: „Ich bin mit Benzin wie mit Muttermilch aufgewachsen.“

Mit der Zeit ist aus der kleinen Zapfsäule ein kleines Universum am Kreisverkehr geworden: Postpartner, Lotto, Pakete, Pfandautomat, Café, Blumen, Jause, Spielzeug. Hier gibt‘s WD40-Spray neben Blumensträußen, Lesebrillen neben Hundefutter, Schneeberger-Wein neben Schnee-Ausrüstung, Grabkerzen neben Pralinenschachteln. Trauer neben Liebe. Alltag neben Ausnahmezustand. Oder anders gesagt: das echte Leben im Regal.

Die Welt gesehen - und dann heim nach Heimschuh geholt

Im Café wird an diesem Vormittag Karten gespielt. Im Minutentakt kommen Menschen mit Packerln herein. Jemand fragt nach Toast. Jemand nach Trost. Tankstelle heißt hier auch: zuhören. „Man ist manchmal fast Psychologe“, sagt Antonia Orell. Sie kennt ihre Stammgäste beim Namen. Kennt ihre Sorgen. Bezeichnet sie als „erweiterte Familie“ – schließlich ist sie mit ihnen aufgewachsen. Nähe statt Nummer. Genau das ist ihr wichtig.

Denn die Jungunternehmerin hat die Welt gesehen. Ein Jahr Südamerika, gleich nach der Matura. Studium in Italien. Weit weg gewesen. Und dann bewusst heimgekommen. „Dahoam ist dahoam“, sagt sie. „Ich hab gemerkt, wie viel Wert Familie hat. Dass ich hier auf ein gutes Wurzelwerk bauen kann.“ Diesen (Stamm-)Baum will sie „weiterhin zum Blühen bringen, die Früchte ernten und an die nächste Generation weitergeben“. Und sie hat erkannt, „dass man die Welt auch nach Heimschuh holen kann.“ Antonia Orell spricht sieben Sprachen. Manchmal begrüßt sie Kunden mit italienischem Kennzeichen auf Italienisch. Deren Lächeln danach? Kostenlos. Unbezahlbar. „Das ist genau das, was mir selbst Energie gibt.“

Energie für die nächste Generation: "Wir sind ready"

Antonia Orell führt ihre Tankstelle in dritter Generation. Und wenn sie über die Zukunft spricht, legt sie fast automatisch die Hand auf ihren Bauch – und strahlt vor Vorfreude: „Die vierte ist unterwegs.“ Hier geht’s nicht um Quartalszahlen. Hier geht’s um Jahrzehnte. Um ein Lebenswerk, das weitergegeben wird wie ein gutes Rezept. Und fit für die Zukunft gemacht wird.

Ob Diesel oder Strom für die Batterie – Energie wird immer gebraucht. Am Dach glitzert schon die PV-Anlage. Aktuell kommen zusätzliche Module als Dach über die Parkplätze. „Ich will von der Welt nicht nur nehmen, sondern auch zurückgeben“, sagt Antonia Orell. „Ich will die Flächen, die ohnehin bereits versiegelt sind, für Energieproduktion nutzen.“ Sobald die Leitungs-Infrastruktur es zulässt, will sie mit Schnellladestationen für E-Autos durchstarten. „Wir sind jedenfalls ready!“ Die Zapfsäule bekommt also elektrische Gesellschaft. Der Treffpunkt bleibt.

„Wollen ein Ort der Verknüpfung sein“

Denn egal, wie man in Zukunft ankommt – mit Verbrenner, E-Auto oder Fahrrad: Der Kaffee schmeckt gleich. Und jemand sagt: „Griaß di.“ – „Unsere Tankstelle soll immer ein Ort der Verknüpfung sein“, sagt Antonia Orell, und eigentlich trifft das alles. Hier verknüpfen sich Täler und Wege, Geschichten, Generationen. Pendler mit Pensionisten. Urlauber mit Urgesteinen. Blumen mit WD40. Diesel mit Dialogen.

Die Welt ist groß – aber manchmal reicht ein Platz am Kreisverkehr, damit sie zusammenkommt. Vielleicht ist das das Geheimnis dieser Tankstelle: Man fährt hin, um schnell weiterzukönnen. Und bleibt doch jedes Mal ein bisserl länger.

www.orell-shelltankstelle.at

Wusstet ihr, dass...

die erste „Benzinzapfstelle“ Österreichs am Grazer Jakominiplatz eröffnet wurde? Das war vor 101 Jahren, am 16. September 1924. Es gibt Bemühungen, dort einen Gedenkstein zu errichten.

… es aktuell 474 Tankstellen in der Steiermark (laut Fachverband der Mineralölindustrie) gibt und darüber hinaus 949 „Unternehmungen zur Wartung und Pflege von Kraftfahrzeugen“?

… es 1578 Beschäftigte in der Steiermark im Bereich der Garagen-, Tankstellen- und Serviceunternehmen gibt? Gegenüber 2010 ist das ein Beschäftigten-Zuwachs von 9,3 Prozent.

… der Frauenanteil bei den Beschäftigten in der WKO-Fachgruppe Garagen-, Tankstellen- und Serviceunternehmen bei
50,6 Prozent liegt?

… es pro Jahr 370 Neugründungen bundesweit in der Fachgruppe der Garagen-, Tankstellen- und Serviceunternehmen gibt?

Newsletter

Ich interessiere mich für: